Medizinischer Meilenstein in Berlin: 3.000. Organtransplantation am DHZC
Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) festigt seine Position als eine der führenden Einrichtungen für Hochleistungsmedizin in Europa.
Mit einer Lungentransplantation im Januar 2026 überschritt das Zentrum die historische Marke von 3.000 transplantierten Organen im Bereich Herz und Lunge. Doch trotz der klinischen Erfolge mahnen die Verantwortlichen dringende politische Reformen an.
Die erfolgreiche Lungentransplantation im Januar markierte die 3.000. Organverpflanzung seit Bestehen des Programms am Deutschen Herzzentrum der Charité. Nur wenige Stunden später folgte mit der Herztransplantation bei einer Berlinerin bereits der 3.001. Eingriff. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Dynamik und Kapazität des Berliner Zentrums, das zwischen 2021 und 2025 insgesamt 273 Transplantationen durchgeführt hat und damit zu den größten Programmen seiner Art weltweit zählt.
Das DHZC hat sich insbesondere auf Fälle spezialisiert, die andernorts oft als operativ grenzwertig gelten. Viele der Eingriffe betreffen Patienten, die bereits mehrfach voroperiert wurden oder deren Kreislauf zum Zeitpunkt der Operation durch Herzunterstützungssysteme (VAD) oder eine künstliche Lunge (ECMO) aufrechterhalten werden muss. Trotz dieser hohen Komplexität und der damit verbundenen Risiken gelingt es dem Zentrum, eine Sterblichkeitsrate zu halten, die signifikant unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt – ein Beleg für die hohe Prozessqualität und die interdisziplinäre Expertise in Berlin.
Besonders hervorzuheben ist die Stellung des DHZC bei kombinierten Herz-Lungen-Transplantationen. Im vergangenen Jahr war das DHZC bundesweit das einzige Krankenhaus, das diesen extrem seltenen und anspruchsvollen Eingriff vornahm. Mit acht kombinierten Transplantationen in den letzten fünf Jahren nimmt das Zentrum europaweit einen Spitzenplatz ein. Prof. Dr. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZC, betont in diesem Zusammenhang, dass solche Erfolge nur durch „Teamarbeit auf höchstem Niveau“ über Generationen von Mitarbeitenden hinweg möglich seien.
Trotz der feierlichen Marke blickt das DHZC kritisch auf die Rahmenbedingungen in Deutschland. Die im internationalen Vergleich weiterhin niedrigen Organspendezahlen limitieren die Möglichkeiten der Lebensrettung massiv. Die Klinikleitung nutzt das Jubiläum daher für einen dringenden Appell an die Politik: Gefordert wird eine erneute Debatte über die Einführung der Widerspruchsregelung sowie die rechtliche Ermöglichung der Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand (DCD).
Letztere ist in vielen europäischen Nachbarländern längst etablierter Standard und könnte die Verfügbarkeit von Spenderorganen deutlich erhöhen. Als zertifiziertes überregionales Herzinsuffizienz-Zentrum deckt das DHZC zwar das gesamte Spektrum von der Diagnostik bis hin zu mechanischen Unterstützungssystemen ab, doch für viele Patienten bleibt die Transplantation die einzige dauerhafte Überlebenschance. Der Meilenstein von 3.000 Operationen ist somit Bestätigung und Auftrag zugleich, die strukturellen Hürden für die Transplantationsmedizin in Deutschland abzubauen.






