Main-Kinzig-Kliniken setzen auf Konsolidierung und Investitionen

Wirtschaftliche Stabilisierung, Personalaufbau und rund 19 Millionen Euro Investitionen für 2026 geplant

Die Main-Kinzig-Kliniken haben angesichts der anhaltenden strukturellen und finanziellen Herausforderungen im deutschen Krankenhaussektor einen umfassenden Kurs der Konsolidierung und strategischen Neuausrichtung eingeschlagen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Situation der beiden Standorte Gelnhausen und Schlüchtern aus eigener Kraft zu stabilisieren und die medizinische Versorgung im Main-Kinzig-Kreis langfristig zu sichern.

Hintergrund sind steigende Kosten, unvollständig umgesetzte Reformen und zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Krankenhäuser bundesweit. Auch kommunale Träger stehen vor der Aufgabe, ihre Strukturen anzupassen, ohne die regionale Versorgung zu gefährden.

„Es dürfte niemandem entgangen sein, dass sich die Krankenhauslandschaft derzeit grundlegend verändert“, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken. Als Negativbeispiele nannte er Krankenhausschließungen und Leistungsabbau in der Region, etwa in Büdingen oder Alzenau. Ziel sei es, vergleichbare Entwicklungen im Main-Kinzig-Kreis zu verhindern und durch gezielte Investitionen Verantwortung für die medizinische und pflegerische Versorgung zu übernehmen.

Transparenz und Konsolidierungsauftrag seit 2023

Die Geschäftsführung setzt nach eigenen Angaben auf Transparenz gegenüber Mitarbeitenden, Politik und Öffentlichkeit. Geschäftsführer Christian Quack verwies darauf, dass der Aufsichtsrat bereits im Jahr 2023 den Auftrag erteilt habe, Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung einzuleiten. Besonders herausfordernd sei, dass die im Zuge der Krankenhausreform angekündigten finanziellen Unterstützungen bislang nur teilweise realisiert worden seien.

Defizit deutlich reduziert

Der eingeschlagene Kurs zeigt nach Angaben der Kliniken erste Erfolge. Das jährliche Defizit habe sich von rund 13 Millionen Euro im Jahr 2023 auf etwa 7 Millionen Euro im Jahr 2025 verringert. Dies sei Ergebnis eines umfassenden Reorganisationsprozesses, der strukturelle Anpassungen, neue Prozessstrukturen und eine gezielte Kostensteuerung umfasst.

Personalaufbau trotz Konsolidierung

Parallel zur wirtschaftlichen Neuausrichtung investieren die Main-Kinzig-Kliniken in den Personalaufbau. Seit 2024 wurden mehr als 120 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen, davon rund 100 in der Pflege. Damit sollen Versorgungskapazitäten ausgebaut und die Behandlungsqualität langfristig gesichert werden.

Medizinische und infrastrukturelle Weiterentwicklung

Zur strategischen Weiterentwicklung zählen unter anderem:

  • die Integration des insolventen MVZ Großkrotzenburg zur Stärkung der ambulanten Versorgung,
  • die Übernahme einer gynäkologischen Praxis in Gelnhausen inklusive KV-Sitz zum 1. Oktober 2025,
  • die Modernisierung der Kinderklinik, der Zentralen Notaufnahme, der Patientenadministration und des Labors,
  • die Inbetriebnahme eines neuen CT-Geräts im Dezember 2025 sowie Planungen für ein neues MRT,
  • der Ausbau der Intensivkapazitäten in Schlüchtern und der Intermediate-Care-Einheit in Gelnhausen.

Investitionsschwerpunkt 2026

Für das Jahr 2026 sind Investitionen in Höhe von insgesamt rund 19 Millionen Euro geplant. Davon entfallen etwa 13 Millionen Euro auf den Standort Gelnhausen, unter anderem für den Ausbau der Zentralen Notaufnahme und die Stärkung der Kardiologie mit dem Amtsantritt des neuen Chefarztes Dr. Pirot.

Am Standort Schlüchtern sind rund 6 Millionen Euro vorgesehen, insbesondere für die Weiterentwicklung der Inneren Medizin und den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik.

Klare Perspektive für beide Standorte

Landrat Stolz betonte, die Main-Kinzig-Kliniken seien ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung. Geschäftsführer Quack erklärte abschließend, die Reorganisation sei nicht nur eine Reaktion auf aktuelle Herausforderungen, sondern eine Chance, die Versorgung im Main-Kinzig-Kreis langfristig hochwertig und nachhaltig auszurichten.

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