Mobiles neuroradiologisches Interventionsteam der Universitätsmedizin Magdeburg erstmals im Einsatz
Neurovaskuläres Netzwerk Sachsen-Anhalt Nord stärkt Schlaganfallversorgung in der Region
Mit dem ersten Einsatz des mobilen neuroradiologischen Schlaganfall-Interventionsteams der Universitätsmedizin Magdeburg am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben in Wernigerode zeigt das neue Neurovaskuläre Netzwerk Sachsen-Anhalt Nord (NeuVaNet SAN) seine praktische Wirkung: Die moderne Schlaganfallversorgung in der Region wird strukturell gestärkt, Versorgungslücken können flexibel überbrückt werden und kritische Eingriffe wie die Thrombektomie lassen sich auch bei kurzfristigen Ausfällen direkt vor Ort durchführen.
Das Netzwerk wurde im Juni 2025 offiziell begründet – getragen von der Universitätsmedizin Magdeburg, zahlreichen Kliniken sowie weiteren zentralen Partnern. Kern ist ein mobiles neuroradiologisches Interventionsteam, das mit eigenem Einsatzfahrzeug ausgestattet ist und seine Expertise unmittelbar an die Netzwerkstandorte bringt. Damit entfällt in Akutsituationen der Zeitverlust durch lange Verlegungswege.
Beim ersten Einsatz in Wernigerode wurde die Thrombektomie durch Expertinnen und Experten der Unimedizin Magdeburg gemeinsam mit dem Team des Harzklinikums durchgeführt – mit deutlichem Zeitgewinn. „Die Zeit bis zur Wiedereröffnung des Gefäßes konnte im Vergleich zu einer Verlegung um 65 Prozent verkürzt werden. Dieser kritische Zeitfaktor ist entscheidend für das klinische Ergebnis der Patientinnen und Patienten“, betonte Dr. Roland Schwab, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Neuroradiologie Magdeburg.
Die mechanische Thrombektomie gehört in Wernigerode seit zwölf Jahren zur regulären Versorgung. NeuVaNet ergänzt diese etablierte Struktur nun durch ein unterstützendes Ausfallkonzept und erhöht die Versorgungssicherheit in der gesamten Region.
Die Universitätsmedizin Magdeburg übernimmt im Netzwerk die zentrale Steuerung und Koordination. Eine 24/7-Anlaufstelle ermöglicht Akutfallbehandlungen, telemedizinische Zweitmeinungen und die Organisation weiterführender Interventionen. Das Modell wurde durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt ermöglicht.
Zum Netzwerk gehören zahlreiche Kliniken der Region – darunter u. a. Median Klinik NRZ Magdeburg, Krankenhaus Seehausen, AMEOS Ost Haldensleben, Johanniter-Krankenhaus Stendal, HELIOS St. Marienberg Helmstedt, Klinikum Magdeburg sowie die Einrichtungen der Salus gGmbH. Zu den Netzwerkpartnern zählen unter anderem die AOK Sachsen-Anhalt, die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, der Medizinische Dienst sowie der Verband der kommunalen und landeseigenen Krankenhäuser.
„Mit rund 10.000 Schlaganfällen jährlich in Sachsen-Anhalt müssen wir die Versorgung lückenlos und schneller machen. Die neue klinikübergreifende Struktur ermöglicht eine bestmögliche und zeitnahe Behandlung“, erklärte Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor der Universitätsmedizin Magdeburg, bei der Auftaktveranstaltung.







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