Land Rheinland-Pfalz fördert Interims-Notaufnahme im Krankenhaus Maria Hilf Daun mit 567.000 Euro
Übergangslösung soll steigendes Patientenaufkommen bewältigen und Notfallversorgung im ländlichen Raum stärken
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt den Ausbau der Notfallversorgung im Krankenhaus Maria Hilf in Daun mit einer Förderung in Höhe von 567.000 Euro. Mit den Mitteln wird eine interimistische Zentrale Notaufnahme eingerichtet, die kurzfristig zusätzliche Kapazitäten schafft und auf das deutlich gestiegene Patientenaufkommen seit dem Ende der Corona-Pandemie reagiert. Bei der Übergabe des Förderbescheids betonte Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, die Bedeutung der Maßnahme für die medizinische Versorgung in der Eifelregion.
„Mit dieser Interims Notaufnahme schaffen wir die nötigen Übergangsstrukturen, um dem hohen Patientenaufkommen in der Region gerecht zu werden“, erklärte Steingaß. Das Krankenhaus Maria Hilf sei ein „überaus wichtiger Versorger der Eifelregion“, weshalb das Land mit der Förderung bewusst als verlässlicher Partner an der Seite des Krankenhauses stehe. Ziel sei es, die medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Räumen weiter zu verbessern und auszubauen. Hintergrund der Maßnahme ist, dass die bestehende Zentrale Notaufnahme in Daun aufgrund steigender Fallzahlen zunehmend an ihre räumlichen Grenzen stößt.
Die neue Interims-ZNA wird mit den bereitgestellten Fördermitteln so ausgestattet, dass mindestens sechs Notfallpatientinnen und -patienten gleichzeitig überwacht werden können. Damit soll insbesondere die Versorgung von sogenannten Abklärungspatienten im Übergang zwischen ambulanter und stationärer Behandlung unterstützt werden. Langfristig ist darüber hinaus eine bauliche Erweiterung der Notaufnahme vorgesehen, für die die Interimslösung als Brücke dient.
Auch die Klinikleitung sieht in der Förderung einen wichtigen Schritt zur Standortsicherung. Geschäftsführer Oliver Zimmer hob hervor, dass das Land Rheinland-Pfalz mit der Maßnahme die „außerordentlich dynamische und verantwortungsvolle Entwicklung“ des Krankenhauses weiter unterstütze. Als zentraler Regelversorger zwischen Trier und Koblenz stelle sich das Krankenhaus Maria Hilf den besonderen Herausforderungen der Notfallversorgung im ländlichen Raum. Die neuen Räumlichkeiten und Ausstattungen verbesserten nicht nur die Versorgungsmöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten, sondern auch die Arbeitsbedingungen für das Personal. Dies trage zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden und zur Attraktivität des Krankenhauses als Arbeitgeber im ländlichen Raum bei.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts ist die räumliche Integration der Ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung in die neue Notaufnahme. Dadurch sollen kurze Wege, klarere Abläufe und weniger Schnittstellen entstehen. Nach den Worten von Zimmer wird so „beispielhaft vermeidbaren Schnittstellen“ entgegengewirkt, was letztlich der Versorgungsqualität zugutekommt. Gleichzeitig wolle das Krankenhaus mit dem Standort Daun weiterhin zeigen, dass moderne Notfallmedizin, ländliche Versorgung und Fachklinikstatus – etwa im etablierten Orthopädischen Zentrum – miteinander vereinbar sind und gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung des Standorts beitragen.
Die Förderung der Interims-Notaufnahme ist Teil des Krankenhausinvestitionsprogramms 2025 des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der dualen Krankenhausfinanzierung tragen die Krankenkassen die Betriebskosten, während die Länder für die Investitionskosten zuständig sind. Rheinland-Pfalz erfüllt diese Aufgabe nach eigenen Angaben seit Jahren kontinuierlich. Steingaß verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser ab 2026 mithilfe des Transformationsfonds und entsprechender Bundesmittel von 161,3 auf 335,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden könne. Damit solle die Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft im Land maßgeblich vorangetrieben und eine hochwertige Versorgung langfristig gesichert werden.
Ergänzend dazu wurde im Dezember im Landtag das Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ vorgestellt. Für die Stärkung der medizinischen Versorgung und Investitionen in Krankenhäuser sind daraus insgesamt 133,7 Millionen Euro über einen Zeitraum von zwölf Jahren vorgesehen. Gefördert werden sollen neben klassischen Krankenhausinvestitionen auch Maßnahmen für Klima- und Hitzeschutz, Energieeffizienz und Innovationen sowie die Erstausstattung geplanter Regiokliniken. Vorgesehen sind unter anderem energetische Optimierungen wie Dämmmaßnahmen, Photovoltaikanlagen oder die Nutzung von Geothermie.
Mit der Förderung der Interims-Notaufnahme setzt Rheinland-Pfalz ein klares Signal für die Sicherung und Weiterentwicklung der Notfallversorgung im ländlichen Raum und stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses Maria Hilf in Daun.






