Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg bauen muskuloskelettale Versorgung aus
Ausbau der Endoprothetik und Spezialisierung an den Standorten Jugenheim und Groß-Umstadt
Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg erweitern ihr Leistungsangebot zur Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen deutlich. Dazu zählen insbesondere Gelenkbeschwerden, Wirbelsäulenerkrankungen sowie Erkrankungen von Knochen und Weichteilen. Im Fokus steht dabei der weitere Ausbau der orthopädischen Versorgung und der Endoprothetik an den Standorten Jugenheim und Groß-Umstadt.
Seit Anfang 2026 besteht nun auch am Standort Groß-Umstadt ein eigenes Department für Orthopädie und Endoprothetik. Nach Angaben der Klinikleitung soll damit insbesondere die steigende Nachfrage aus dem östlichen Landkreis wohnortnah versorgt werden. Bislang wurden künstliche Hüft- und Kniegelenke überwiegend im OrthoCentrum Jugenheim (OCJ) implantiert, das als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert ist.
Nach Angaben von Prof. Dr. Peter Schräder, Chefarzt und ärztlicher Leiter, werden im OCJ jährlich rund 1.300 Endoprothesen eingesetzt, darunter mehr als 100 komplexe Wechseloperationen. Aufgrund der hohen Auslastung der Operationskapazitäten soll Groß-Umstadt künftig ebenfalls als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert werden.
Parallel treiben die Kreiskliniken die fachliche Spezialisierung weiter voran. Unter dem Dach eines neuen Centrums für MuskuloSkelettale Medizin werden mehrere hochspezialisierte Bereiche standortübergreifend vernetzt. Dazu zählen in Jugenheim das OrthoCentrum, die Schmerzklinik sowie die Rehabilitation und Physikalische Therapie. In Groß-Umstadt ergänzen die Unfallchirurgie mit Alterstraumatologischem Zentrum sowie das neue Department Endoprothetik und Orthopädie das Angebot. Hinzu kommen standortübergreifend die Wirbelsäulenchirurgie und Plastische Chirurgie.
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Kreiskliniken zudem individualisierten Implantatlösungen. So wurden in Jugenheim innerhalb von vier Monaten vier patientenspezifische Hüftprothesen implantiert. Diese individuell angefertigten Prothesen kommen insbesondere bei komplexen anatomischen Fehlstellungen oder seltenen Krankheitsbildern zum Einsatz. Nach Angaben der Klinik erfolgt die Fertigung über eine spezialisierte französische Firma auf Basis eines zuvor erstellten MRTs.
Auch technologisch positionieren sich die Kreiskliniken im Bereich der Endoprothetik. Nach eigenen Angaben sind sie derzeit die einzige Klinik in Deutschland, die drei unterschiedliche Robotersysteme für Knieendoprothetik einsetzt.
Die Erweiterung des Angebots steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Nachfrage nach orthopädischen und endoprothetischen Leistungen. Gleichzeitig verdeutlicht die Entwicklung den Trend zur Spezialisierung und Zentrenbildung in der stationären Versorgung.





