DRK Offenbach übernimmt Ketteler Krankenhaus
Fortbestand des Offenbacher Klinikstandorts und über 900 Arbeitsplätze gesichert
Das Ketteler Krankenhaus Offenbach bleibt erhalten. Neuer Träger wird der Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Offenbach e.V.. Mit der unterzeichneten Investorenvereinbarung ist der Fortbestand des Krankenhausstandorts ebenso gesichert wie die Arbeitsplätze der mehr als 900 Beschäftigten. Alle medizinischen Fachabteilungen sollen bestehen bleiben – mit Ausnahme der bereits angekündigten Schließung der Geburtshilfe zum 30. Juni 2026.
Nach Angaben der Beteiligten erfolgt die Übernahme im Rahmen eines laufenden Insolvenzplanverfahrens. Der Vollzug steht noch unter den üblichen rechtlichen Bedingungen des Verfahrens und soll im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.
Der DRK-Kreisverband Offenbach sieht die Übernahme als wichtigen Beitrag zur regionalen Gesundheitsversorgung. Ziel sei es, den Krankenhausstandort langfristig zu sichern und in das bestehende Netzwerk aus Rettungsdienst, Pflegeeinrichtungen und weiteren Gesundheitsangeboten einzubinden. Der Krankenhausbetrieb läuft nach Unternehmensangaben währenddessen uneingeschränkt weiter.
Das Ketteler Krankenhaus hatte im Herbst 2025 ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Hintergrund waren wirtschaftliche Herausforderungen sowie die Notwendigkeit einer langfristigen strukturellen Neuausrichtung. Unterstützt wurde die Geschäftsführung dabei von Sanierungsexperten der PLUTA Rechtsanwalts GmbH sowie der Hospital Management Group GmbH.
Die geplante Lösung sieht vor, das Krankenhaus weiterhin gemeinnützig zu betreiben. Der Insolvenzplan soll noch im Mai beim zuständigen Gericht eingereicht werden. Anschließend entscheiden die Gläubiger über die Annahme des Plans. Im Falle der Zustimmung kann der DRK-Kreisverband Offenbach neuer Gesellschafter werden und den Betrieb fortführen.
Das Krankenhaus verfügt über 310 Betten und bietet Leistungen in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin, Frauenheilkunde und Geriatrie an. Überregional bekannt sind unter anderem das zertifizierte Darmzentrum sowie das Brustkrebszentrum. Zudem fungiert das Haus als akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt.
Wie bereits zuvor angekündigt, wird die Geburtshilfe zum 30. Juni 2026 eingestellt. Die gynäkologische Versorgung bleibt dagegen bestehen und soll künftig insbesondere die Schwerpunkte Urogynäkologie, gynäkologische Onkologie und Brustkrebsmedizin umfassen.
Die Verantwortlichen bewerten die Einigung als wichtigen Schritt zur Stabilisierung der regionalen Krankenhausversorgung in Offenbach und im Rhein-Main-Gebiet. Gleichzeitig soll die Integration in den regionalen Versorgungsverbund neue Entwicklungsperspektiven für den Standort eröffnen.
ARQIS berät Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Offenbach bei der Übernahme des Ketteler Krankenhauses in Offenbach
ARQIS hat den Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Offenbach e.V. beim Erwerb der Ketteler Krankenhaus gemeinnützige GmbH (gGmbH) aus der Insolvenz beraten.
Im Herbst 2025 hatte das Krankenhaus ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Zur Sicherung des Fortbestands konnte sich der DRK-Kreisverband in einem Investorenprozess durchsetzen, der von der WMCF GmbH geleitet wurde. Die daraus resultierende Investorenvereinbarung sieht vor, dass der DRK-Kreisverband die Ketteler Krankenhaus gGmbH im Rahmen eines Insolvenzplans übernimmt. Der Insolvenzplan soll kurzfristig beim Insolvenzgericht eingereicht werden. Der Vollzug erfolgt noch im laufenden Jahr und steht unter den üblichen Bedingungen des Insolvenzplanverfahrens.
Der Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Offenbach e.V. stützt sich in Transaktionsangelegenheiten regelmäßig auf das Team um Dr. Jörn-Christian Schulze, das über eine tiefe Marktkenntnis im Healthcare-Sektor verfügt. Insbesondere arbeitet das Team regelmäßig mit der von der Eigenverwaltung beauftragten M&A-Beratung WMCF zusammen. Beim Erwerb des Ketteler Krankenhauses kam zudem die insolvenz- und restrukturierungsrechtliche Kompetenz von Johannes Landry zum Tragen.





