Krankenhausstandort Pößneck: UBV/FDP-Fraktion fordert Klarheit zur Zukunft der Thüringen-Kliniken
Sorge um schrittweisen Bedeutungsverlust des Klinikstandortes im Saale-Orla-Kreis wächst
Die Fraktion UBV/FDP im Kreistag des Saale-Orla-Kreises hat umfangreiche Anfragen an den Landrat zur Zukunft des Krankenhausstandortes Pößneck gestellt. Hintergrund sind aktuelle Diskussionen über die strategische Weiterentwicklung der Thüringen-Kliniken sowie die Planungen für einen Klinikneubau in Saalfeld mit Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro. Die Fraktion sieht Anzeichen dafür, dass der Standort Pößneck langfristig an Bedeutung verlieren könnte.
Wie die Fraktion mitteilt, bestehe in der Bevölkerung zunehmende Verunsicherung über die Perspektive des Krankenhauses. „Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es mit ihrem Krankenhaus weitergehen soll“, erklärte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kleindienst.
Die UBV/FDP-Fraktion verweist dabei auf frühere politische Zusagen zum Erhalt des Standortes. So hatte die damalige Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner im Jahr 2023 öffentlich erklärt: „Das Krankenhaus Pößneck hat Zukunft, braucht Zukunft.“ Gleichzeitig waren damals mehr als 5.300 Unterschriften für den dauerhaften Erhalt des Standortes und insbesondere der 24-Stunden-Notaufnahme übergeben worden. Zudem stellte der Freistaat Thüringen rund 26 Millionen Euro für die Umstrukturierung des Standortes in Aussicht.
Nach Angaben der Fraktion würden sich inzwischen jedoch Hinweise auf eine stärkere Zentralisierung medizinischer Leistungen mehren. Besonders kritisch bewertet werde die Entwicklung der chirurgischen Versorgung in Pößneck. Bereits heute sei die chirurgische Notfallversorgung deutlich eingeschränkt worden. Nachts sowie an Wochenenden müssten Patientinnen und Patienten andere Standorte anfahren. Die Fraktion befürchtet deshalb, dass der Standort perspektivisch zu einem überwiegend ambulanten Gesundheitszentrum umgebaut werden könnte. Gleichzeitig fordert sie Transparenz darüber, wie die angekündigten Fördermittel konkret eingesetzt werden sollen und welche stationären Leistungen dauerhaft in Pößneck verbleiben. „Wir beobachten mit großer Sorge, dass unter dem Deckmantel von Investitionen möglicherweise ein schrittweiser Rückbau stationärer Versorgung vorbereitet wird“, erklärte Dr. Enrico Kleebusch.
Die Anfrage der Fraktion umfasst insgesamt 20 Punkte. Thematisiert werden unter anderem die Zukunft der stationären Versorgung, mögliche Verlagerungen medizinischer Leistungen nach Saalfeld, die Entwicklung der Notfallversorgung, die Verwendung der Fördermittel sowie die Auswirkungen auf die medizinische Versorgung im ländlichen Raum.
Aus Sicht der Fraktion dürften Bürgerinnen und Bürger im Saale-Orla-Kreis nicht den Eindruck gewinnen, medizinisch zunehmend abgehängt zu werden. Gerade längere Rettungswege und der schrittweise Abbau wohnortnaher Versorgungsangebote würden von vielen Menschen als ernsthafte Belastung wahrgenommen. Die UBV/FDP-Fraktion fordert daher eine umfassende öffentliche Stellungnahme der Verantwortlichen sowie ein klares Bekenntnis des Landrats zum dauerhaften Erhalt eines leistungsfähigen Krankenhausstandortes in Pößneck.




