Krankenhaus Bad Arolsen treibt Spezialisierung weiter voran

Ausbau der geriatrischen Versorgung und Rückzug aus der Notfall- und Intensivmedizin ab 2026

Das Krankenhaus Bad Arolsen geht im Zuge der Krankenhausreform konsequent den nächsten Schritt in Richtung Spezialisierung. Wie die Gesundheit Nordhessen mitteilt, wird der Standort sein altersmedizinisches Angebot deutlich ausbauen und sich künftig vollständig auf die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten konzentrieren.

Bereits frühzeitig habe sich das Krankenhaus als Spezialist für Innere Medizin und Altersmedizin positioniert. Aufgrund des stetig steigenden Bedarfs an geriatrischen Leistungen wird die stationäre Versorgung in diesem Bereich weiter ausgebaut. Im Gegenzug endet zum Ende des ersten Quartals 2026 – in Abstimmung mit dem Land Hessen – die Teilnahme des Krankenhauses Bad Arolsen an der Intensiv- und Notfallversorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Der Vorstandsvorsitzende der Gesundheit Nordhessen, Dr. Michael Knapp, erklärt, die Entscheidung sei nicht leichtgefallen. Ausschlaggebend seien unter anderem die rückläufige Zahl an Notfallpatientinnen und -patienten sowie der zunehmende Fachkräftemangel in der Intensiv- und Notfallmedizin gewesen. Ziel bleibe es, den Standort Bad Arolsen zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die regionale Versorgung langfristig zu sichern.

Deutlicher Ausbau der Altersmedizin

Für das Jahr 2026 ist der Ausbau der geriatrischen Behandlungskapazitäten auf zunächst 80 Betten vorgesehen. Im darauffolgenden Jahr sollen weitere 20 Betten hinzukommen, sodass perspektivisch 100 Betten für die Altersmedizin zur Verfügung stehen werden.

In den vergangenen Monaten wurde das bestehende geriatrische Angebot bereits um eine Neurogeriatrie ergänzt. Damit wurde gezielt die Versorgungskompetenz für neurologische Erkrankungen im Alter, etwa Parkinson oder Demenz, gestärkt.

Der Chefarzt der Altersmedizin, Dr. Jürgen Sasse, sieht darin einen wichtigen Entwicklungsschritt und betont, dass gemeinsam mit der Neurogeriatrie unter Leitung von Dr. Katarina Gabriel bereits in diesem Jahr bis zu 80 Patientinnen und Patienten in modernen Therapieräumen versorgt werden können. Dr. Gabriel hebt hervor, dass die Altersmedizin angesichts der demografischen Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen werde und das Ziel eine möglichst große Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten im Alltag sei.

Umbauphase und Personalbedarf

Mit dem Rückzug aus der Notfall- und Intensivversorgung beginnt zugleich eine umfassende Umbauphase. Für die betroffenen Mitarbeitenden der Notaufnahme und Intensivstation sollen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Hauses oder anderer Einrichtungen der Gesundheit Nordhessen angeboten werden.

Durch die Beendigung der Notfallversorgung entfallen künftig auch rettungsdienstliche Anfahrten, deren Umfang zuletzt deutlich zurückgegangen war.

Geschäftsführer Nikolai Dippel betont, dass der Ausbau der Altersmedizin mit einem erhöhten Personalbedarf verbunden sei. Gesucht werden insbesondere Pflegefachkräfte und Medizinerinnen und Mediziner, die Interesse an der Versorgung älterer Menschen haben. Auch Initiativbewerbungen seien ausdrücklich willkommen.

Unverändert bestehen bleiben die ambulanten Leistungen in der Gastroenterologie, Kardiologie und Urologie sowie die hausärztliche Versorgung über das MVZ Vimedos.

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