Klinikum Wolfsburg stärkt ambulante Versorgung mit neuer Direktion

Charlotte Bettina Boettcher übernimmt Schlüsselrolle für sektorübergreifende Versorgungsstrukturen

Das Klinikum Wolfsburg stellt sich strategisch auf die fortschreitende Ambulantisierung im Gesundheitswesen ein und schafft eine neue Führungsposition. Wie das Klinikum mitteilt, wurde Charlotte Bettina Boettcher zu Beginn des Jahres 2026 zur hauptamtlichen Geschäftsführerin der MVZ WOB gGmbH bestellt und zugleich zur Direktorin für ambulante Versorgung im Klinikum Wolfsburg ernannt. In dieser neu geschaffenen Funktion ist sie Mitglied des Direktoriums und damit Teil des obersten Leitungsgremiums des Klinikums. Darüber berichtet das Klinikum Wolfsburg in einer aktuellen Mitteilung.

Grußworte zur Amtseinführung der neuen Direktorin für ambulante Versorgung, Charlotte Bettina Boettcher (2. v. r.), sprachen Klinikumsdirektor André Koch, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Nils Homann und Oberbürgermeister Dennis Weilmann (rechts).Foto: Klinikum Wolfsburg

Grußworte zur Amtseinführung der neuen Direktorin für ambulante Versorgung, Charlotte Bettina Boettcher (2. v. r.), sprachen Klinikumsdirektor André Koch, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Nils Homann und Oberbürgermeister Dennis Weilmann (rechts).
Foto: Klinikum Wolfsburg

Boettcher ist diplomierte Verwaltungswissenschaftlerin und verfügt über einen weiterbildenden Master of Business Administration (MBA) im Health Care Management. Sie bringt langjährige Erfahrung im Schnittstellenmanagement zwischen Verwaltung, ärztlichem Dienst und Kostenträgern mit. Zu ihren beruflichen Stationen zählen unter anderem eine Poliklinik in Gera, Medizinische Versorgungszentren in Berlin sowie im Landkreis Märkisch-Oderland. Zuletzt war sie Geschäftsführerin des Medizinischen Zentrums Lübbenau GmbH mit 15 Praxen, wo sie unter anderem strategische Weiterentwicklungen, Kooperationen, Praxisübernahmen, Fachkräftegewinnung, den Ausbau der Telematikinfrastruktur sowie sektorenübergreifende Netzwerke verantwortete.

Reaktion auf zunehmende Ambulantisierung

Mit der neuen Direktion reagiert das Klinikum Wolfsburg nach eigenen Angaben auf die zunehmende Verlagerung medizinischer Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Immer mehr Eingriffe – etwa arthroskopische Operationen, Hernienchirurgie, hand- und fußchirurgische Eingriffe sowie gynäkologische, urologische oder diagnostische Verfahren – werden heute ambulant oder tagesstationär erbracht.

Ein zusätzlicher Impuls ergibt sich aus der Einführung der Hybrid-DRG-Leistungen Anfang 2024. Diese ermöglichen eine sektorengleiche Vergütung ausgewählter Eingriffe für Krankenhäuser und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Aktuell können laut Klinikum rund 900 Operationen und Eingriffe über dieses Vergütungssystem abgerechnet werden, mit dem Ziel, stationäre Aufenthalte zu vermeiden und die ambulante Versorgung zu stärken.

MVZ als zentrale Schnittstelle

Eine zentrale Rolle kommt dabei der MVZ WOB gGmbH zu. Mit sieben haus- und fachärztlichen Praxen in Wolfsburg und Umgebung bildet sie die Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Durch die enge Verzahnung von Vor- und Nachsorge sollen komplexe Behandlungsverläufe besser koordiniert werden.

Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann betonte bei der Vorstellung der neuen Direktorin die strategische Bedeutung dieses Schrittes: „Als Stadt und kommunaler Träger des Klinikums sowie mit unserer MVZ gGmbH ist es unser Anspruch, die medizinische Versorgung zukunftssicher aufzustellen. Hierbei ist die Stärkung ambulanter Strukturen unverzichtbar“, erklärte Weilmann. Mit der neuen Leitungsstruktur setze man ein klares Zeichen für eine moderne, vernetzte Gesundheitsinfrastruktur in der Region.

Auch Klinikumsdirektor André Koch unterstrich die Bedeutung der Personalentscheidung: „Ich freue mich sehr, dass Frau Boettcher unser Führungsteam als erste ambulante Direktorin verstärkt.“ Ziel sei es, die ambulante Perspektive strategisch weiterzuentwickeln und enger mit der stationären Versorgung zu verzahnen.

Fokus auf nahtlose Patientenversorgung

Boettcher selbst sieht ihre Aufgabe darin, ambulante und stationäre Versorgung gemeinsam zu denken. Ziel sei es, tragfähige Versorgungsmodelle zu entwickeln, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientieren. Auch die Medizinische Direktorin des Klinikums Wolfsburg, Priv.-Doz. Dr. med. Alina Dahmen, sieht in der engen Integration von MVZ und Klinikum einen Gewinn für die Behandlungsqualität, kürzere Wege für Patientinnen und Patienten sowie eine Stärkung der regionalen Gesundheitsversorgung.

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