Klinikum Nürnberg legt Medizinkonzept für Klinik Hallerwiese vor
Integration der Cnopfschen Kinderklinik ab 2027 mit neuen Schwerpunkten und Standortbündelung
Das Klinikum Nürnberg und die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik haben ein gemeinsames Medizinkonzept für die künftige Zusammenarbeit nach der geplanten Übernahme zum 1. Januar 2027 vorgestellt. Das Konzept definiert medizinische Schwerpunkte, strukturelle Anpassungen und die langfristige Aufgabenverteilung der Standorte. Ziel ist es, durch Spezialisierung und den Abbau von Doppelstrukturen die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Region Nürnberg nachhaltig zu sichern.

Zusammen in eine starke Zukunft: Die Vorstandsmitglieder des Klinikums Nürnberg Prof. Dr. Achim Jockwig (4. v. re.), Tobias Ludwig (Mitte hinten) und Sabine Beßler (6. v. li.) gemeinsam mit Mitarbeitenden verschiedener medizinisch-pflegerischer Berufe der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik und des Klinikums Nürnberg.
Foto: Rudi Ott / Klinikum Nürnberg
Mit der Übernahme der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik durch das Klinikum Nürnberg beginnt ein umfassender Integrationsprozess innerhalb der Nürnberger Krankenhauslandschaft. Seit März 2026 haben Expertenteams beider Einrichtungen die medizinischen Angebote, Versorgungsstrukturen und organisatorischen Abläufe analysiert.
Das nun vorgestellte Medizinkonzept berücksichtigt neben den medizinischen Anforderungen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Strukturvorgaben der Krankenhausreform. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie vorhandene Kompetenzen gebündelt und Versorgungsangebote langfristig leistungsfähig gestaltet werden können.
Für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende soll sich im Übergangsjahr 2027 zunächst wenig verändern. Die wesentlichen strukturellen Anpassungen sind ab 2028 vorgesehen, sobald die derzeit entstehenden Neubauten für die Kindermedizin an beiden Standorten in Betrieb gehen.
Campus Hallerwiese wird Schwerpunkt für Frauenmedizin
Eine zentrale Veränderung betrifft die Erwachsenenmedizin und die Frauenheilkunde. Der Campus Hallerwiese soll künftig als Frauenklinik weiterentwickelt werden. Ab 2028 wird die gynäkologische Versorgung des Klinikums Nürnberg – mit Ausnahme der Geburtshilfe – vollständig an diesen Standort verlagert.
Damit entsteht am Campus Hallerwiese eine spezialisierte Frauenklinik mit etabliertem Brustzentrum und familienorientierter Geburtshilfe. Beide Nürnberger Standorte sollen in der Geburtshilfe weiterhin mit ihren bestehenden Kapazitäten arbeiten.
Auch die Kinder- und Jugendmedizin bleibt an beiden Standorten erhalten. Der Campus Süd und die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik werden künftig unterschiedliche medizinische Schwerpunkte entwickeln. Dazu gehört unter anderem eine gezieltere Verteilung operativer Eingriffe in der Kinderchirurgie, um Abläufe besser planbar zu machen.
Das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) wird ab 2028 am Campus Süd konzentriert. Die Cnopfsche Kinderklinik bleibt als perinataler Schwerpunkt mit umfassenden Überwachungsmöglichkeiten für Neugeborene bestehen. Beide Standorte sollen ihre Kindernotaufnahmen rund um die Uhr weiterführen.
Standortübergreifende Strukturen sollen Versorgung stärken
Auch in der Erwachsenenmedizin sind ab 2028 organisatorische Veränderungen geplant. Die Bereiche Innere Medizin, Zentrale Notaufnahme und Intensivmedizin werden am Campus Nord des Klinikums Nürnberg zusammengeführt.
Die Verantwortlichen setzen dabei auf gemeinsame Leitungsstrukturen für die einzelnen Fachgebiete. Dadurch sollen medizinische Kompetenzen standortübergreifend genutzt und Entscheidungswege vereinheitlicht werden.
Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg, bezeichnete das Medizinkonzept als Grundlage für eine langfristige Stärkung der regionalen Versorgung. Durch die Bündelung von Kompetenzen, Schwerpunktbildung und den Abbau von Doppelstrukturen sollen Qualität und Versorgungssicherheit verbessert werden.
Mit der Integration entsteht ein großer Verbund für Geburtshilfe, Pädiatrie und Kinderchirurgie. Beide Einrichtungen versorgen bereits heute jährlich tausende stationäre Patientinnen und Patienten und betreiben umfangreiche Neubauprojekte für die Kindermedizin.




