Main-Klinik Ochsenfurt startet zweiten Sanierungsabschnitt
Landkreis Würzburg treibt energetische Modernisierung mit Geothermie und Wärmepumpen voran
Wie der Landkreis Würzburg mitteilt, ist der Weg für den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung der Main-Klinik Ochsenfurt frei. Der Kreisausschuss hat die Gesamtkonzeption für die energetische Modernisierung empfohlen. Ab Ende 2026 soll die Energieversorgung der Klinik umfassend erneuert und bis Mitte 2030 auf moderne regenerative Technologien umgestellt werden.
Nach Abschluss des ersten Sanierungsabschnitts folgt nun die umfassende Modernisierung der technischen Infrastruktur. Im Mittelpunkt steht die Erneuerung der Energiezentrale, die künftig eine deutlich effizientere und klimafreundlichere Versorgung der Main-Klinik Ochsenfurt ermöglichen soll.
Die geplanten Maßnahmen umfassen die vollständige Modernisierung der Wärme- und Kälteversorgung sowie den Umbau bestehender Systeme auf elektrische und regenerative Technologien. Künftig sollen Wärmepumpen in Kombination mit einem Geothermiefeld den wesentlichen Anteil der Energieversorgung übernehmen. Ergänzend sind eine Photovoltaikanlage, neue Trafostationen und moderne elektrische Anlagen vorgesehen. Bisher dampfbetriebene Systeme sollen schrittweise ersetzt werden. Damit will die Klinik den Verbrauch fossiler Energieträger deutlich reduzieren und gleichzeitig die langfristige Versorgungssicherheit verbessern.
Die Investitionskosten für den zweiten Bauabschnitt werden auf rund 17,6 Millionen Euro geschätzt. Bei einer erwarteten staatlichen Förderung von 11,4 Millionen Euro verbleibt ein Eigenanteil des Landkreises Würzburg von etwa 6,2 Millionen Euro. Der Förderantrag soll im Sommer 2026 eingereicht werden. Der Baubeginn ist für Ende 2026 vorgesehen.
Der zweite Bauabschnitt baut auf den bereits abgeschlossenen Maßnahmen der Generalsanierung auf. Im ersten Abschnitt wurden seit 2025 insgesamt 46 Patientenzimmer mit 98 Betten modernisiert sowie neue Bereiche für Labor, Physiotherapie, Bettenzentrale, technischen Dienst und Haustechnik geschaffen. Die Kosten für diesen Abschnitt beliefen sich auf rund 39,75 Millionen Euro. Dafür werden nach aktueller Planung Fördermittel in Höhe von 34,1 Millionen Euro erwartet. Der Landkreis Würzburg trägt einen Eigenanteil von etwa 5,6 Millionen Euro.
Klinik-Geschäftsführer Christian Schell bewertet die bisherigen Erfahrungen mit dem neuen Gebäudekonzept positiv. Während der zurückliegenden Hitzewelle habe sich gezeigt, dass die neue technische Lösung funktioniere. Trotz hoher Außentemperaturen habe in den modernisierten Bereichen ein angenehmes Raumklima geherrscht.
Ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzepts sind 28 Erdsonden, die je nach Jahreszeit zur Wärmegewinnung oder Kühlung genutzt werden.
Der Handlungsbedarf bei der Energieversorgung ergibt sich nach Angaben der Klinik insbesondere aus dem Alter der bestehenden technischen Anlagen. Die Infrastruktur stammt überwiegend aus dem Jahr 1994 und hat inzwischen das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht.
Dr. Georg Sonnek, stellvertretender Verwaltungsleiter der Main-Klinik Ochsenfurt, verweist darauf, dass Ersatzteile teilweise nicht mehr verfügbar seien und Reparaturen zunehmend schwieriger würden. Mit der neuen Energieversorgung solle die Klinik technisch zukunftssicher aufgestellt und die Umweltbilanz deutlich verbessert werden.
Landrat Thomas Eberth bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung des Klinikstandorts. Die Modernisierung schaffe die Voraussetzungen dafür, dass die Main-Klinik Ochsenfurt auch künftig eine leistungsfähige medizinische Versorgung für die Bevölkerung im Landkreis Würzburg gewährleisten könne.




