Kliniken Nordoberpfalz AG: Defizitäres Jahresergebnis, Digitalisierungserfolge und personelle Kontinuität

Hauptversammlung 2025 zeigt Fortschritte bei Sanierung, Technologiepartnerschaften und medizinischem Leistungsangebot

Die Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) präsentierten im Rahmen ihrer diesjährigen Hauptversammlung das Jahresergebnis sowie zukunftsweisende Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Medizintechnik und Personalstruktur. Vorstand Michael Hoffmann stellte das Jahresergebnis 2024 vor und erhielt Rückendeckung für seine weitere Amtszeit bis Juni 2026.

Bei einem Fehlbetrag von rund 11,7 Millionen Euro unterschreitet das Ergebnis den Wirtschaftsplan deutlich um etwa zehn Millionen Euro. Vorstand Hoffmann betonte dabei: „Die KNO AG präsentiert sich stabiler als benachbarte Häuser, die wesentlich höhere zweistellige Defizite aufweisen.“ Ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Die Kliniken konnten ihre Beraterkosten in den letzten drei Jahren um über zwei Millionen Euro senken.

Die Zentrale Notaufnahme in Weiden verzeichnet spürbare Fortschritte. Die durchschnittliche Wartezeit konnte auf 162 Minuten reduziert werden – deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 220 Minuten. Zudem ist ein Rückgang bei Abmeldungen bei der Leitstelle zu beobachten. Hoffmann lobte ausdrücklich den Einsatz der Belegschaft: „Der Vorstand bedankte sich für die außerordentliche Leistung der Teams.“

Ein technologischer Modernisierungsschub erfolgte im Rahmen einer seit 2023 bestehenden Partnerschaft mit Siemens Healthineers und Hermed. Insgesamt wurden rund 600 Geräte auf den neuesten Stand gebracht – eine Investition, die auf zehn Jahre angelegt ist und voraussichtlich 13 Millionen Euro Einsparung bringt.

Im Bereich Digitalisierung zählen die Standorte der KNO laut dem Bundesportal digitalradar.de mittlerweile zu den Top 5 der Kliniken in Deutschland. Der Vorstand kündigte zudem an, sich im kommenden Jahr intensiv auf die Einführung medizinischer Leistungsgruppen im Zuge der Krankenhausreform vorzubereiten.

Für den Standort Tirschenreuth ist die Verlagerung der geriatrischen Rehabilitation aus Erbendorf vorgesehen. Die Genehmigung des Bauantrags sowie Förderzusagen aus zwei Programmen des Freistaats Bayern werden für Herbst 2025 erwartet.

Trotz Fachkräftemangels ist es gelungen, zwei profilierte Mediziner für Schlüsselpositionen zu gewinnen: Prof. Thomas Bschleipfer wird zum 1. September die Urologie leiten, Dr. Wenke Finkenzeller übernimmt am 1. November die Leitung der Neurologie.

Vorstand Michael Hoffmann verlängert seine Tätigkeit bis Juni 2026. Jens Meyer, Oberbürgermeister von Weiden und Aufsichtsratsvorsitzender, würdigte Hoffmanns Verdienste: „Michael Hoffmann hat die Kliniken Nordoberpfalz in einer kritischen Phase übernommen und mit hohem persönlichem Engagement die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.“

Hoffmann blickte in seiner Ansprache zurück und zugleich voraus: „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir schon wesentliche Schritte der Sanierung mit unseren Mitarbeitenden durch ihren großen Einsatz geschafft haben. Dadurch können die Kliniken Nordoberpfalz auch in Zukunft die Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region sicherstellen.“

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger soll frühzeitig beginnen.