Kinderklinik in Ludwigsfelde schließt Ende Juli 2026

Ambulantisierung und Krankenhausreform führen zur Verlagerung nach Potsdam

Ev. Diakonissenhaus Teltow

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow schließt zum 31. Juli 2026.
Foto: Ev. Diakonissenhaus Teltow

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow wird zum 31. Juli 2026 geschlossen. Wie der Krankenhausträger mitteilt, sind die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen sowie die Vorgaben der Krankenhausreform zur Bündelung von Spezialexpertisen ausschlaggebend für die Entscheidung. Die stationäre kinder- und jugendmedizinische Versorgung der Region übernimmt künftig das Klinikum Ernst von Bergmann.

Mit der Schließung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow verliert die Region ab Sommer 2026 einen stationären pädiatrischen Standort. Der Krankenhausträger Diakonissenhaus Teltow begründet die Entscheidung mit den strukturellen Veränderungen der Krankenhausversorgung und den zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen kleinerer Krankenhausstandorte.

Nach Angaben des Trägers sei insbesondere die fortschreitende Ambulantisierung der medizinischen Versorgung ausschlaggebend gewesen. Gerade in der Kinder- und Jugendmedizin habe sich der Trend zu ambulanten Behandlungen in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Stationäre Aufenthalte würden zunehmend verkürzt oder ganz vermieden. Parallel dazu setzt die Krankenhausreform des Bundes verstärkt auf Spezialisierung und die Bündelung medizinischer Leistungen an größeren Standorten.

Der Kaufmännische Vorstand des Krankenhausträgers, Hans-Ulrich Schmidt, erklärte, der Gesetzgeber fordere den Umbau medizinischer Leistungen insbesondere kleinerer Häuser. Aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen sehe man keine wirtschaftlich tragfähige Alternative zur Schließung der Fachabteilung. Gleichzeitig verwies er auf die Kooperation mit dem Klinikum Ernst von Bergmann, das künftig die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Region übernehmen soll.

Für das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow bedeutet die Entscheidung zugleich eine strategische Neuausrichtung. Nach Angaben des Trägers sollen die bestehenden Leistungsangebote in den Bereichen Innere Medizin, Orthopädie- und Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie sowie Geriatrie weiter ausgebaut werden. Zudem soll der Standort weiterhin eine wichtige Rolle in der regionalen Notfallversorgung übernehmen.

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg wurde nach Angaben des Trägers über die bevorstehende Schließung informiert. Für die betroffenen Beschäftigten sollen Anschlusslösungen innerhalb der Region geschaffen werden. Ärztinnen und Ärzte werden bei der Suche nach neuen Stellen unterstützt, während Pflegekräfte auf anderen Stationen des Krankenhauses eingesetzt werden sollen.

Die Schließung reiht sich in eine bundesweite Entwicklung ein, bei der insbesondere kleinere pädiatrische Abteilungen unter wirtschaftlichem und strukturellem Druck stehen.

Für das Krankenhausmanagement gewinnen damit Fragen der Leistungsfokussierung, regionalen Kooperationen und sektorenübergreifenden Versorgung weiter an Bedeutung.

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