Aktionsgruppe kritisiert geplante Schließung der Kinderklinik in Ansbach

Initiative fordert Erhalt der stationären kinderklinischen Versorgung und sieht öffentliche Trägerschaft als Lösung

Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ mit dem Klinikvorstand i. R. Klaus Emmerich setzt sich für den Erhalt aller Krankenhausstandorte im Freistaat ein.

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ hat die geplante Schließung der Kinderstation der Diakoneo Kinderklinik in Ansbach kritisiert. Nach Angaben der Initiative würde mit der Aufgabe des Standorts die letzte stationäre kinderklinische Versorgung im Landkreis Ansbach wegfallen. Die Gruppe fordert politische Lösungen zur Sicherung des Angebots.

Die Diskussion um die Zukunft der kinderklinischen Versorgung in Ansbach verschärft sich. Hintergrund ist die geplante Schließung der Außenstelle der Kinderklinik Hallerwiese/Cnopfsche Kinderklinik am Standort Ansbach. Nach Auffassung der Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ hätte eine Umsetzung erhebliche Auswirkungen auf die regionale Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

In ihrer Stellungnahme verweist die Initiative darauf, dass der Landkreis Ansbach bei einer Schließung keine stationäre kinderklinische Behandlungsmöglichkeit mehr vor Ort hätte. Die Gruppe sieht darin ein Risiko für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung und bewertet die Entwicklung als Ausdruck grundsätzlicher struktureller Probleme im Krankenhaussektor.

Kritisch äußert sich die Initiative insbesondere zur Rolle von Klinikträgern bei wirtschaftlichen Entscheidungen. Als Beispiele werden frühere Entwicklungen innerhalb des Klinikverbundes Diakoneo genannt, darunter die Schließung der Klinik in Neuendettelsau, die Insolvenz der Klinik in Schwabach sowie weitere strukturelle Veränderungen an einzelnen Standorten.

Die Aktionsgruppe leitet daraus die Forderung ab, dass Krankenhäuser mit regionaler Versorgungsrelevanz stärker als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge betrachtet werden sollten. Nach Ansicht der Initiative dürften Einrichtungen mit wesentlicher Bedeutung für die regionale Versorgung nicht primär unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden.

Konkret richtet sich der Appell an den neuen Landrat des Landkreises Ansbach, Marco Meier, sowie an den Oberbürgermeister von Nürnberg, Marcus König. Die Initiative schlägt vor, die Versorgung am Standort Ansbach entweder in das Klinikum Nürnberg oder in den ANregiomed zu integrieren.

Ob und in welcher Form alternative Modelle geprüft werden, ist bislang offen. Die weitere Entwicklung dürfte sowohl für die regionale Gesundheitsversorgung als auch für die Diskussion um Krankenhausstrukturen und Trägerschaftsmodelle von Bedeutung sein.

Über Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern
Die 2021 gegründete Initiative engagiert sich gegen Klinikschließungen infolge von Insolvenzen, Personalmangel und Zentralisierungstendenzen und fordert eine wohnortnahe, bedarfsorientierte Gesundheitsversorgung in Bayern.

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