Strategiekonferenz in Forst und Guben: Gesundheitsakteure setzen auf regionale Vernetzung und neue Versorgungsmodelle
Diakonissenhaus Teltow, Politik und Gesundheitswesen diskutieren Zukunft der Krankenhausversorgung in der Lausitz
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft haben bei einer Strategiekonferenz der Lausitz Klinik Forst und des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke Guben gemeinsame Perspektiven für die zukünftige Gesundheitsversorgung in der Lausitz vorgestellt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie stationäre und ambulante Versorgung angesichts der Krankenhausreform, des demografischen Wandels und wirtschaftlicher Herausforderungen langfristig gesichert werden können.
An der Konferenz nahmen leitende Mitarbeitende der beiden Krankenhäuser sowie Vertreter aus Kommunalpolitik, Krankenkassen und Gesundheitsverwaltung teil. Ziel sei es gewesen, die zukünftige strategische Ausrichtung der Klinikstandorte in Guben und Forst gemeinsam zu diskutieren.
Prof. Dr. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, kaufmännischer Geschäftsführer des Diakonissenhauses Teltow, betonte die langfristige Perspektive des Trägers in der Region. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben sieben Krankenhäuser und mehrere medizinische Einrichtungen mit insgesamt mehr als 1.300 Betten. Zu dem Verbund gehören unter anderem die Lausitz Klinik Forst, das Naëmi Wilke Stift Guben sowie das Lutherstift Frankfurt (Oder).
Ein zentrales Thema der Konferenz war die stärkere Vernetzung kleinerer Krankenhäuser mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus. Sebastian Scholl, Beauftragter der Modellregion Gesundheit Lausitz, hob hervor, dass die regionale Zusammenarbeit angesichts der anstehenden Strukturveränderungen im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinne. Die Modellregion Lausitz solle künftig auch Impulse für Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung liefern.
Nach Angaben der Verantwortlichen planen die Häuser in Forst und Guben künftig eine engere Zusammenarbeit in mehreren medizinischen Leistungsbereichen. Vorgesehen sind gemeinsame Behandlungszentren für Innere Medizin mit Geriatrie und Palliativmedizin, Orthopädie, Bauchchirurgie und Urologie sowie Gefäß- und Plastische Chirurgie. Bereits heute würden Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin standortübergreifend von einer gemeinsamen Chefärztin geführt.
Für das Krankenhausmanagement gewinnt insbesondere die Spezialisierung einzelner Standorte an Bedeutung. So soll das Lutherstift Frankfurt (Oder) als Fachklinik für Geriatrie weiter ausgebaut werden. Auch die Lausitz Klinik Forst plant nach Angaben der Geschäftsführung eine Erweiterung ihres geriatrischen Angebots um rehabilitative Leistungen. Damit sollen sowohl medizinische Bedarfe einer älter werdenden Bevölkerung als auch wirtschaftliche Anforderungen adressiert werden.
Andreas Mogwitz, Geschäftsführer der beteiligten Einrichtungen, verwies darauf, dass das Krankenhaus in Guben nach einer Insolvenz inzwischen wieder wirtschaftlich arbeite. Die strategische Zusammenarbeit der Standorte solle dazu beitragen, die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern und gleichzeitig Versorgungskapazitäten in der Region zu erhalten.
Auch aus Sicht des brandenburgischen Gesundheitsministeriums sei die sektorenübergreifende Zusammenarbeit ein zentraler Baustein zukünftiger Versorgungskonzepte. Michael Zaske, Abteilungsleiter im Ministerium, erklärte, dass eine reine Krankenhausreform nicht ausreiche. Vielmehr müsse die gesamte Gesundheitsversorgung einschließlich ambulanter Angebote, kommunaler Strukturen und Notfallversorgung gemeinsam betrachtet werden.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Marek Rydzewski, sprach sich zudem für eine stärkere Steuerung der Versorgung und eine bessere Nutzung digitaler Gesundheitsdaten aus. Dies könne helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Versorgungsangebote bedarfsgerechter zu gestalten.




