Deutschland verliert binnen zehn Jahren 139 Krankenhäuser

Zwischen 2014 und 2024 ist die Zahl der Krankenhäuser von 1.980 auf 1.841 gesunken. Gleichzeitig wurden bundesweit fast 28.000 aufgestellte Betten abgebaut

Der Deutsche Bundestag berichtet über den langfristigen Rückgang der Krankenhaus- und Bettenzahlen in Deutschland. Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke sank die Zahl der Krankenhäuser zwischen 2014 und 2024 um 139 Häuser beziehungsweise rund sieben Prozent. Die Zahl der aufgestellten Betten verringerte sich im gleichen Zeitraum von 500.680 auf 472.851 – ein Rückgang um 27.829 Betten.

Die Bundestagsantwort verdeutlicht ein grundsätzliches Problem bei der Bewertung des Kliniksterbens: Die amtliche Krankenhausstatistik zeigt zwar eindeutig, dass die Zahl der Einrichtungen und Betten zurückgeht. Sie erlaubt aber keine belastbare Unterscheidung zwischen Klinikschließung, Fusion, Standortzusammenlegung und anderen strukturellen Veränderungen. Gerade mit Blick auf die Krankenhausreform wird diese Differenzierung zunehmend wichtig. Denn ein Rückgang der Zahl statistisch erfasster Krankenhäuser bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Versorgung an einem Standort vollständig eingestellt wurde.

Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Konsolidierung bereits lange vor der aktuellen Krankenhausreform eingesetzt hat. In Bayern ist die Zahl der Krankenhäuser seit 2014 um 17 Einrichtungen zurückgegangen, während auch die Bettenzahl je Einwohner deutlich gesunken ist.

Mit Leistungsgruppen, Vorhaltevergütung und Transformationsfonds dürfte sich dieser Strukturwandel in den kommenden Jahren weiter beschleunigen. Entscheidend wird deshalb weniger die reine Zahl der Krankenhäuser sein als die Frage, welche medizinischen Leistungen regional tatsächlich verfügbar bleiben und wie gut diese für die Bevölkerung erreichbar sind.