Friesland-Kliniken: Millionen-Umwandlung zur Stabilisierung der Bilanz geplant

Landkreis will Liquiditätsdarlehen in Kapitalrücklage umwandeln – hoher Fehlbetrag soll ausgeglichen werden

Bei den Friesland-Kliniken gGmbH soll eine umfangreiche finanzielle Stabilisierungsmaßnahme umgesetzt werden. Vorgesehen ist die Umwandlung von Liquiditätsdarlehen in Höhe von rund 16,7 Millionen Euro in eine Einstellung in die Kapitalrücklage. Damit soll der im Jahresabschluss 2024 entstandene, nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag ausgeglichen werden.

Nach den vorliegenden Beschlussunterlagen weist die Klinikgesellschaft zum 31. Dezember 2024 einen Fehlbetrag von rund 17,1 Millionen Euro aus. Ein Teilbetrag von etwa 351.000 Euro wurde bereits zuvor umgewandelt, sodass nun weitere 16,7 Millionen Euro folgen sollen. Die Mittel stammen aus Darlehen des Landkreises Friesland an die Klinikgesellschaft. Die Maßnahme hat zugleich erhebliche Auswirkungen auf den Kreishaushalt. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen werden in gleicher Höhe abgeschrieben, was das Jahresergebnis des Landkreises Friesland entsprechend verschlechtert. Für das Haushaltsjahr 2025 bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, da das Ergebnis nach aktuellen Prognosen von rund minus 37,3 Millionen Euro auf etwa minus 54 Millionen Euro ansteigt.

Hintergrund der Entscheidung ist die angespannte wirtschaftliche Lage der Friesland-Kliniken. Laut Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Kossen GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestehen wesentliche Unsicherheiten hinsichtlich der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Grund dafür seien die anhaltenden Verluste und die fortgesetzte Abhängigkeit von finanzieller Unterstützung durch den Landkreis.

Die Klinikgesellschaft hatte selbst die Umwandlung der Liquiditätsdarlehen beantragt, um die Eigenkapitalbasis zu stärken und den bilanziellen Fehlbetrag auszugleichen. Neben den Darlehen hatte der Landkreis bereits zusätzliche Mittel für den laufenden Betrieb in Höhe von rund acht Millionen Euro bereitgestellt. Mit der geplanten Maßnahme soll die finanzielle Struktur der Klinikgesellschaft stabilisiert werden. Gleichzeitig verdeutlicht der Vorgang die enge Verflechtung zwischen kommunalem Haushalt und Krankenhausfinanzierung, insbesondere bei defizitären kommunalen Einrichtungen.

Die endgültige Entscheidung über die Umwandlung liegt beim Kreistag Friesland.

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