Frauen- und Kinderklinik St. Louise setzt Neuaufnahmen auf Neonatologie vorsorglich aus

Enterobacter bei vier Kindern nachgewiesen – ein Frühgeborenes verstorben, weiteres Kind in kritischem Zustand

Die St. Louise Frauen- und Kinderklinik in Paderborn nimmt vorerst keine regulären Neuaufnahmen auf ihrer neonatologischen Intensivstation auf. Hintergrund ist der gehäufte Nachweis von Enterobacter-Bakterien bei vier Kindern. Zwei Frühgeborene entwickelten eine schwere Sepsis, eines der Kinder ist trotz intensivmedizinischer Behandlung verstorben.

Auf der neonatologischen Intensivstation der St. Louise Frauen- und Kinderklinik in Paderborn sind bei vier Kindern Enterobacter-Bakterien nachgewiesen worden. Nach Angaben der Klinik entwickelten zwei der betroffenen Frühgeborenen eine schwere Sepsis. Eines der Kinder verstarb an den Folgen, ein weiteres befindet sich derzeit in einem kritischen Zustand.

Bei zwei weiteren Kindern wurde der Erreger ebenfalls nachgewiesen. Sie zeigen nach Angaben der Klinik aktuell jedoch keine entsprechenden Krankheitssymptome. Die Klinikleitung erklärte, die volle Aufmerksamkeit gelte neben der Versorgung des erkrankten Kindes der konsequenten Aufklärung und Eindämmung des Geschehens.

Klinik weitet Hygiene- und Schutzmaßnahmen aus

Enterobacter-Bakterien kommen sowohl als Bestandteil der menschlichen Darmflora als auch in der Umwelt vor. Eine Besiedlung ist daher grundsätzlich keine Seltenheit und für gesunde Menschen in der Regel ohne Krankheitswert. Bei Frühgeborenen und anderen besonders vulnerablen Patienten können die Bakterien jedoch schwere Infektionen verursachen. Bei dem bislang nachgewiesenen Erreger handelt es sich laut Klinik nicht um einen multiresistenten Erreger.

Entdeckt wurde die Häufung im Rahmen regelmäßiger mikrobiologischer Screenings und diagnostischer Untersuchungen. Daraufhin habe die Klinik ihre Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf der Station nochmals deutlich ausgeweitet.

Dazu gehören zusätzliche mikrobiologische Untersuchungen der Kinder, erweiterte Desinfektionsmaßnahmen und eine möglichst zimmergebundene Betreuung. Parallel laufen Untersuchungen, um eine mögliche Quelle beziehungsweise Übertragungswege zu identifizieren.

Molekulargenetische Untersuchungen sollen Übertragungsweg klären

Die Ursache der Häufung ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der Klinik waren die betroffenen Kinder bei ihrer Aufnahme zunächst negativ getestet worden. Die Erregernachweise erfolgten erst im weiteren Verlauf des stationären Aufenthalts.

Nun soll unter anderem untersucht werden, ob die bei den Kindern festgestellten Bakterien genetisch übereinstimmen und damit Hinweise auf eine gemeinsame Übertragungskette bestehen. Entsprechende molekulargenetische Analysen wurden bereits veranlasst.

Das zuständige Gesundheitsamt ist in die Aufarbeitung eingebunden. Die weiteren Maßnahmen werden nach Angaben der Klinik eng zwischen Krankenhaushygiene, Mikrobiologie und Gesundheitsamt abgestimmt.

Reguläre Neuaufnahmen vorerst ausgesetzt

Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme übernimmt die neonatologische Intensivstation derzeit keine regulären Neuaufnahmen. Die notwendige Notfallversorgung bleibe jedoch sichergestellt. Auch die übrige Versorgung von Frauen und Kindern an der St. Louise Frauen- und Kinderklinik läuft weiter. Die Eltern der derzeit auf der Station behandelten Kinder wurden persönlich durch die behandelnden Ärzte über die Situation informiert. Die Klinik kündigte an, das Geschehen weiterhin engmaschig zu überwachen und die Ursachen aufzuklären. Über wesentliche neue Erkenntnisse soll transparent informiert werden.

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