Bundestag beschließt Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG)
Kliniken der Region 10 sehen Reform als Antwort auf Fachkräftemangel und Strukturwandel im Gesundheitswesen
Am 23. Oktober 2024 verabschiedete der Bundestag das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das die flächendeckende medizinische Versorgung in Deutschland verbessern und die Behandlungsqualität der Kliniken anheben soll. Ein zentrales Ziel des Gesetzes ist es, durch eine effizientere Ressourcenverteilung auf den steigenden Versorgungsbedarf infolge des demografischen Wandels zu reagieren.
Anpassung der Krankenhauslandschaft und neue Medizinstrategie
Die Kliniken in Region 10 haben bereits eine standortübergreifende Medizinstrategie entwickelt, um langfristig die medizinische Versorgung sicherzustellen. Dr. Andreas Tiete, Ärztlicher Direktor des Klinikums Ingolstadt, betont, dass die Zusammenlegung und Spezialisierung medizinischer Leistungen eine zentrale Rolle spielt, um dem Fortschritt in der Medizin und den Anforderungen an die Versorgung gerecht zu werden. Diese Strategie soll es ermöglichen, komplexe Behandlungen zukünftig nur noch in spezialisierten Versorgungszentren anzubieten.
Schwerpunktsetzung und Ambulantisierung
Der Trend zur Ambulantisierung, bei dem stationär behandelte Fälle zunehmend ambulant durchgeführt werden, ist eine wesentliche Säule der neuen Versorgungsstrategie. Gleichzeitig wird das Klinikum Ingolstadt weiterhin als zentrale Anlaufstelle für komplexe Krankheitsbilder dienen. In Pfaffenhofen und Mainburg werden ebenfalls Maßnahmen zur sektorenübergreifenden Versorgung umgesetzt, um die medizinische Versorgung in der Region effizienter zu gestalten.
Fachkräftemangel und Ausbildung
Neben strukturellen Anpassungen wird der Fokus verstärkt auf die Ausbildung von medizinischem und pflegerischem Personal gelegt. Marco Fürsich, Vorstand der Kliniken im Naturpark Altmühltal, betont die Notwendigkeit, Ausbildung und Weiterbildung in den Vordergrund zu rücken, um den Fachkräftemangel langfristig zu beheben und die Versorgungsqualität zu sichern.
Offene Fragen und Herausforderungen
Markus Poppler, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Schrobenhausen, begrüßt zwar die Bemühungen um die Reform, kritisiert jedoch, dass viele offene Fragen vor der Verabschiedung des Gesetzes nicht geklärt wurden. Die anstehende Implementierung des Gesetzes wird als notwendiger, aber noch unvollständiger Schritt in der Neustrukturierung des deutschen Gesundheitssystems betrachtet.




