DKG-Zukunftsforum 2026: Rekord-Sparpaket entzieht Kliniken die Mittel für Cyber-Security und Krisenvorsorge

Auf dem „Zukunftsforum Krankenhaus“ in Berlin hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine alarmierende Bilanz zur Resilienz der nationalen Gesundheitsinfrastruktur gezogen.

Unter dem Eindruck des aktuellen Sparpakets der Bundesregierung warnte die DKG nachdrücklich vor einem systemischen Kollaps der Krisenfestigkeit. Die geplanten Kürzungen entziehen den Krankenhäusern jeglichen finanziellen und personellen Spielraum, um sich gegen wachsende hybride Bedrohungen und Cyberangriffe zu wappnen.

Die geopolitischen Entwicklungen und die veränderte Sicherheitslage in Europa erfordern eine tiefgreifende Transformation der kritischen Infrastruktur Krankenhaus. Doch die Realität im Mai 2026 sieht anders aus: Anstatt die Kliniken finanziell für Verteidigungs-, Katastrophen- und Krisenlagen zu ertüchtigen, verschärft der Bund den fiskalischen Konsolidierungsdruck massiv.

Die Bundesregierung treibt ein historisches Sparpaket voran, das dem stationären Sektor bis zum Jahr 2030 knapp 30 Milliarden Euro entziehen soll. In Kombination mit den laufenden, hochkomplexen Strukturvorgaben der Krankenhausreform (KHAG) wird dies die ohnehin präsente Insolvenzwelle im deutschen Krankenhausmarkt unaufhaltsam beschleunigen.

„Die massiven Einschnitte, die die Bundesregierung mit ihrem aktuellen Sparpaket vorantreibt, nehmen den Krankenhäusern jeden Handlungsspielraum, um sich mit Zukunfts- und Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen“, erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß in Berlin. Selbst wirtschaftlich stabile Häuser würden dadurch gezwungen, jegliche strategische Weiterentwicklung einzustellen und sich ausschließlich auf das unmittelbare Kerngeschäft der medizinischen Regelversorgung zu fokussieren.

Wie akut die Defizite in der Praxis sind, untermauert die DKG mit einem aktuellen gemeinsamen Gutachten des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) und des Institute for Health Care Business (hcb). Die Ergebnisse legen den massiven Investitionsstau offen:

  • Cybersicherheit: Allein um die deutschen Krankenhäuser gegen die rasant ansteigenden, hochprofessionellen Cyberangriffe abzusichern, ist ein sofortiges Investitionsvolumen von mehr als 2,8 Milliarden Euro erforderlich.
  • Militärische Krisenszenarien / Verteidigungslagen: Um die stationäre Infrastruktur strukturell, baulich und logistisch auf ernsthafte Verteidigungs- und hybride Krisenlagen vorzubereiten, wären über die kommenden Jahre hinweg Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe notwendig.
Gutachten: Investitionsbedarfe zur Herstellung der Resilienz deutscher Krankenhäuser (PDF, 1.88 MB)
Endbericht für die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.

Angesichts der Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik zur „Zeitenwende“ und der realen Budgetierung im Gesundheitswesen fand Gaß deutliche Worte. Er warf der Bundesregierung ein widersprüchliches Handeln und eine bewusste Täuschung der Bevölkerung vor: „Wer einerseits davon spricht, Deutschland krisenfest machen zu wollen, andererseits aber der kritischen Infrastruktur Krankenhaus systematisch Mittel entzieht, handelt widersprüchlich und täuscht die Bürgerinnen und Bürger über den tatsächlichen Zustand der Krisenfestigkeit der Gesundheitsversorgung und der Krisenvorbereitung in Deutschland“.

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