Asklepios Südpfalzkliniken weisen Vorwürfe zu angeblichen Dumpinglöhnen zurück
Betriebsrat betont Orientierung am TVöD und verweist auf verbesserte Arbeitsbedingungen
Die Asklepios Südpfalzkliniken haben Vorwürfe zurückgewiesen, wonach der wirtschaftliche Erfolg der Klinikstandorte in Germersheim und Kandel auf niedrigen Löhnen basiere. Hintergrund ist ein Bericht der Tageszeitung RHEINPFALZ, in dem ein Leser nach einem Interview mit Asklepios-Geschäftsführer Frank Lambert die Vermutung geäußert hatte, das Unternehmen zahle deutlich unter Tarifniveau.
Nach Angaben der Zeitung reagierte der Betriebsrat der Asklepios Südpfalzkliniken mit deutlicher Kritik auf diese Darstellung. Betriebsratsvorsitzender Hans-Otto Koderisch bezeichnete die Behauptung als „infam“. Koderisch führt die Mitarbeitervertretung seit 2006 und war zuvor langjährig als Internist am damaligen Kreiskrankenhaus Germersheim tätig.
Ausgangspunkt der Diskussion war ein Interview mit Geschäftsführer Frank Lambert, in dem dieser auf die wirtschaftliche Entwicklung der Klinikgruppe verwiesen hatte. Demnach stieg der Umsatz der Asklepios Südpfalzkliniken zwischen 2019 und 2025 um 56 Prozent auf zuletzt 84 Millionen Euro. Lambert führte dies insbesondere auf ein „gutes Konzept und das richtige Personal“ zurück. Ziel sei keine reine Effizienzsteigerung durch Einsparungen, sondern eine höhere Effektivität und bessere Auslastung der vorhandenen Strukturen.
Der Betriebsrat verweist darauf, dass die Vergütungssituation in den Häusern in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden sei. Laut Koderisch wurde nach 2019 eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientiere. Teilweise lägen Gehaltssteigerungen sogar vor den Anpassungen im TVöD. Für Ärztinnen und Ärzte gelte zudem der Tarifvertrag des Marburger Bundes. Auch Zuschläge seien vergleichbar ausgestaltet. Geschäftsführer Lambert erklärte laut Bericht, eine marktgerechte Vergütung sei für das Unternehmen wichtig. Eine Ausnahme bilde nach Angaben des Betriebsrats derzeit lediglich der Bereich Physiotherapie. Dort existiere keine am TVöD orientierte Betriebsvereinbarung.
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