Artemed übernimmt Trägerschaft der Marianne-Strauß-Klinik
Neurologisches Kompetenzzentrum am Starnberger See wird unter neuem Träger gesichert
Zum 29. Januar 2026 übernimmt die Artemed Gruppe aus Tutzing die Trägerschaft für das Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gGmbH und damit auch für die Marianne-Strauß-Klinik. Laut Mitteilung der Beteiligten gehen sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unveränderten Konditionen auf den neuen Träger über.
Mit dem Trägerwechsel endet zugleich das Sanierungsverfahren der Gesellschaft. Der Insolvenzplan wurde am 13. Januar 2026 vom Amtsgericht Weilheim bestätigt, der rechtmäßige Eigentumsübergang erfolgte zum 28. Januar 2026. Hintergründe für das zuvor eingeleitete Schutzschirmverfahren waren insbesondere gestiegene Kosten für Energie, Sachmittel sowie den Klinikneubau.
Strategische Ergänzung im Bereich Neurologie
Nach Angaben der bisherigen Geschäftsführung wurde mit der Artemed Gruppe ein langfristig orientierter Träger gefunden, der die bestehenden Versorgungsstrukturen fortführen will. „In ihr haben wir einen starken Partner gefunden, der den Fokus auf die lokale Verwurzelung seiner Häuser legt“, erklärte Geschäftsführer Dr. Sándor Mohácsi.
Auch Artemed sieht in der Übernahme eine fachliche Ergänzung. Die Marianne-Strauß-Klinik gilt als größte Fachklinik für Multiple Sklerose in Süddeutschland. Artemed betreibt mit den Benedictus Krankenhäusern Tutzing und Feldafing bereits zwei neurologische Schwerpunkthäuser in der Region. Künftig sollen die neurologischen Kompetenzen standortübergreifend gebündelt werden.
Bündelung ärztlicher Expertise und Forschung
Geplant ist eine hausübergreifende Zusammenarbeit von insgesamt 35 Neurologinnen und Neurologen. Unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Dirk Sander und Prof. Dr. Ingo Kleiter sollen Diagnostik, Akuttherapie und Rehabilitation neurologischer Erkrankungen – von Schlaganfall über Parkinson bis zur Multiplen Sklerose – gemeinsam abgedeckt werden. Ergänzend sollen klinische Forschungsprojekte weiterentwickelt werden.
Nach Angaben von Artemed-Konzerngeschäftsführer Prof. Dr. Rainer Salfeld sei die Übernahme auch durch das Vertrauen der bisherigen Gesellschafter, der Landeshauptstadt München und des Bezirks Oberbayern, ermöglicht worden. Bestehende Bau- und Sanierungsmaßnahmen sollen fortgeführt werden, um die bauliche und strukturelle Zukunftsfähigkeit des Standorts zu sichern.
Bedeutung für Versorgung und Steuerung
Für die regionale Versorgungslandschaft bedeutet der Trägerwechsel eine Stabilisierung eines hochspezialisierten neurologischen Angebots. Aus Sicht des Krankenhausmanagements ist insbesondere die vollständige Mitarbeiterübernahme sowie die Integration in einen größeren Klinikverbund relevant, da dies mittelfristig Skaleneffekte, Planungssicherheit und eine bessere wirtschaftliche Steuerung erwarten lässt.
Begleitet wurde das Sanierungs- und Übernahmeverfahren von der auf Restrukturierungen spezialisierten Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte.




