Universitätsklinikum Leipzig führt hausinterne KI-Plattform „UKL-GPT“ ein
Eigenentwickelte KI-Lösung soll klinische und administrative Prozesse im Klinikalltag unterstützen
Das Universitätsklinikum Leipzig treibt seine digitale Transformation weiter voran und setzt künftig auf eine eigene KI-Plattform. Mit dem System UKL-GPT hat das Klinikum ein internes „Company-GPT“ entwickelt, das vollständig im eigenen Rechenzentrum betrieben wird und damit einen datenschutzkonformen Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz im Klinikalltag ermöglichen soll. Darüber informierte das Universitätsklinikum Leipzig Anfang März 2026.
Nach Angaben des Klinikums wurde das System speziell auf die Anforderungen eines Universitätsklinikums zugeschnitten. Ziel sei es, Mitarbeitende im klinischen und administrativen Alltag zu unterstützen und gleichzeitig höchste Datenschutzstandards einzuhalten.
Der Kaufmännische Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, Dr. Robert Jacob, erklärt dazu: „Wir wollten die Vorteile moderner generativer KI nutzen, ohne Kompromisse beim Datenschutz einzugehen.“
Interne Wissenssuche und KI-Textassistent
Eine zentrale Funktion von UKL-GPT ist eine intelligente Suchfunktion für interne Dokumente. Das System greift auf rund 8.700 Dokumente aus dem Dokumentenlenkungssystem roXtra zu, darunter Leitlinien, Standardarbeitsanweisungen (SOPs) sowie Verwaltungsunterlagen. Mitarbeitende sollen dadurch schneller auf relevante Informationen und interne Regelungen zugreifen können.
Ergänzend verfügt die Plattform über einen KI-gestützten Textassistenten, der bei der Erstellung von E-Mails, Berichten oder Zusammenfassungen unterstützen kann. Laut Klinikum verarbeitet die Anwendung bis zu 140 Sprachen und kann damit auch internationale Mitarbeitende im Arbeitsalltag unterstützen.
Langfristig soll UKL-GPT zu einer umfassenden digitalen Wissens- und Assistenzplattform ausgebaut werden. Geplant ist unter anderem die Anbindung weiterer interner Systeme wie SharePoint, Netzlaufwerke sowie eines digitalen Patientenarchivs mit mehr als 20 Millionen medizinischen Dokumenten.
Perspektivisch weitere Einsatzfelder
Nach Angaben des Klinikums arbeitet das interne KI-Team bereits an weiteren Anwendungsszenarien. Dazu gehören beispielsweise Systeme zur Unterstützung der Patientenanamnese oder zur automatisierten Erstellung von Anträgen.
Durch die geplante Integration verschiedener Dokumenten- und Informationssysteme soll UKL-GPT künftig auch eine zentrale Schnittstelle zwischen Verwaltung und klinischen Prozessen bilden.
„Viele Krankenhäuser nutzen KI bereits, aber bisher nur punktuell, etwa für die medizinische Entscheidungsunterstützung in der Radiologie. Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen“, erklärt Jacob.
Projektstart bei klinikinternem Datathon
Die Idee für die Entwicklung der Plattform entstand laut Universitätsklinikum bereits im Jahr 2024 im Rahmen eines klinikinternen Datathons. Bei dieser Veranstaltung entwickelten interdisziplinäre Teams innerhalb von zwei Tagen erste Pilotlösungen für datenbezogene Herausforderungen im Klinikbetrieb.
Initiiert wurde das Projekt von einem damaligen Assistenzarzt. Die technische Umsetzung erfolgte anschließend gemeinsam mit der Leipziger Firma 4K Analytics GmbH. Nach einer Pilotphase mit mehr als 100 Nutzerinnen und Nutzern wurde das System nun in den Regelbetrieb überführt.
Dr. Carina Cundius, Abteilungsleiterin Analytics im IT-Bereich des Klinikums, betont die erwarteten Effekte für den Arbeitsalltag: „Das System entlastet bei täglichen Aufgaben und schafft so Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe: die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“




