Meierhofer und Tiplu kooperieren bei KI-gestützter Entscheidungsunterstützung im Krankenhaus

Partnerschaft soll klinische Prozesse durch Integration von KI in Krankenhausinformationssysteme stärken

Die Unternehmen Meierhofer und Tiplu GmbH haben auf der DMEA 2026 ihre strategische Partnerschaft zur Weiterentwicklung KI-gestützter Entscheidungsunterstützung im Krankenhaus bekanntgegeben. Ziel der Kooperation ist es, medizinisches Personal im klinischen Alltag zu entlasten und die Nutzung klinischer Daten innerhalb bestehender Versorgungsprozesse zu verbessern.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Integration des Clinical Decision Support Systems (CDSS) „MAIA“ von Tiplu in das Krankenhausinformationssystem M-KIS von Meierhofer. Bereits heute ist die Anwendung über einen Direktaufruf aus dem KIS erreichbar. Perspektivisch planen beide Unternehmen eine tiefe Integration auf Basis von FHIR-Standards, um KI-gestützte Funktionen direkt in klinische Arbeitsabläufe einzubetten.

Die Software „MAIA“ analysiert medizinische Informationen wie Dokumentationen, Laborwerte und Vitalparameter und strukturiert diese in einer eigenen digitalen Patientenakte. Auf dieser Grundlage unterstützt das System Ärztinnen und Ärzte unter anderem bei der Identifikation möglicher bislang nicht erkannter Erkrankungen, bei Risikoprädiktionen für klinische Ereignisse wie Sepsis, Stürze oder schwere Hypoglykämien sowie bei patientenindividuellen Therapieentscheidungen. Die Anwendung ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert.

Nach Angaben der Partnerunternehmen basiert die Lösung auf einer Kombination regelbasierter Verfahren und Machine-Learning-Modelle, die mit umfangreichen klinischen Datensätzen trainiert wurden. Ein besonderes Merkmal sei die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse: Hinweise und Empfehlungen würden transparent und patientenbezogen begründet dargestellt. Gleichzeitig ermögliche die FHIR-basierte Architektur eine interoperable Einbindung in bestehende Krankenhaus-IT-Strukturen.

Christian Köhl, Bereichsleiter Kundenprojekte und Vertrieb Deutschland bei Meierhofer, erklärte, Ziel der Integration sei es, KI dort einzusetzen, „wo sie den größten Nutzen stiftet: direkt in den Behandlungskontext – sicher, nachvollziehbar und nahtlos in bestehende Prozesse integriert“. Kathrin Ganser, Produktmanagerin MAIA bei Tiplu, betonte insbesondere den Nutzen für die klinische Versorgung und die Vermeidung von Medienbrüchen im Arbeitsalltag.

Für Krankenhäuser soll die Kooperation Vorteile bei der Integration KI-gestützter Entscheidungsunterstützung in bestehende Systeme, bei der Reduktion technischer Komplexität sowie bei der Einhaltung europäischer Datenschutz- und Compliance-Anforderungen bieten. Beide Unternehmen positionieren die Partnerschaft zugleich als Beitrag zu einer stärker interoperablen und datengetriebenen Krankenhaus-IT.

Nach Unternehmensangaben betreut Meierhofer derzeit rund 260 Gesundheitseinrichtungen im deutschsprachigen Raum. Tiplu entwickelt seit 2019 KI-basierte Anwendungen für Krankenhäuser und verweist auf eine Datenbasis von mehr als zehn Millionen anonymisierten Patientenakten aus etwa 130 Partnerkliniken.

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