Norwegens Gesundheitssystem verlängert landesweiten Einsatz von UpToDate
Mehr als 30.000 medizinische Fachkräfte in über 50 Krankenhäusern erhalten Zugang
Das norwegische Gesundheitssystem setzt weiterhin auf die klinische Entscheidungsunterstützung von Wolters Kluwer. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde die landesweite Nutzung der UpToDate Enterprise Edition verlängert. Damit erhalten mehr als 30.000 medizinische Fachkräfte in über 50 öffentlichen Krankenhäusern Zugang zu evidenzbasierten medizinischen Informationen und digitalen Werkzeugen zur Unterstützung klinischer Entscheidungen.
Die Lizenz umfasst nach Angaben von Wolters Kluwer mehr als 11.000 Krankenhausbetten in über 20 sogenannten Trusts. Die seit rund 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit Helsebiblioteket, der norwegischen elektronischen Gesundheitsbibliothek, wird damit fortgesetzt. Helsebiblioteket ist inzwischen Teil des Norwegischen Instituts für Öffentliche Gesundheit (Norwegian Institute of Public Health, NIPH).
Klinische Entscheidungsunterstützung soll Behandlungsqualität verbessern
Die UpToDate Enterprise Edition soll Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Apothekerinnen und Apotheker sowie weitere Gesundheitsberufe bei der täglichen Entscheidungsfindung unterstützen. Ziel ist es, medizinisches Wissen schnell und möglichst direkt am Ort der Behandlung verfügbar zu machen.
Nach Angaben von Helsebiblioteket soll der einfache Zugang zu aktuellem medizinischem Wissen dazu beitragen, unerwünschte Unterschiede in der Behandlungspraxis zu reduzieren und die Qualität der Patientenversorgung landesweit zu verbessern.
Der Verlängerung der Nutzung war ein Ausschreibungsverfahren der norwegischen regionalen Gesundheits-Trusts und des Norwegian Institute of Public Health vorausgegangen. Nach Angaben von Wolters Kluwer erzielte UpToDate dabei unter den teilnehmenden Lösungen die höchsten Bewertungen in den zugrunde gelegten Qualitätskriterien.
Neue Funktionen für komplexe klinische Entscheidungen
Neben dem bisherigen Zugang zu UpToDate erhalten die medizinischen Fachkräfte in Norwegen künftig auch Zugriff auf zusätzliche Funktionen der Enterprise Edition. Dazu gehören unter anderem Anwendungen zur Unterstützung bei der Anpassung von Medikamenten im Bereich der psychischen Gesundheit und bei der Dosierung von Arzneimitteln bei eingeschränkter Nierenfunktion.
Weiterhin stehen sogenannte Clinical Pathways zur Verfügung. Dabei handelt es sich um interaktive klinische Leitfäden, die Algorithmen und medizinische Berechnungstools miteinander verbinden und Fachkräfte bei spezifischen klinischen Fragestellungen unterstützen sollen.
Die Entwicklung zeigt den zunehmenden Trend, klinische Entscheidungsunterstützung stärker in digitale Arbeitsabläufe zu integrieren. Anstelle einzelner Informationsangebote sollen medizinische Fachkräfte zunehmend auf miteinander verknüpfte Werkzeuge zurückgreifen können, die medizinisches Wissen, Entscheidungsunterstützung und konkrete Anwendungen miteinander verbinden.
Pilotprojekt mit KI-gestützter Entscheidungsunterstützung
Ferner sollen medizinische Fachkräfte in Norwegen im Rahmen eines Pilotprojekts künftig UpToDate Expert AI testen. Die Teilnehmer sollen Erfahrungen mit der KI-Anwendung sammeln und Rückmeldungen zur weiteren Entwicklung geben.
Während der Pilotphase soll UpToDate Expert AI nach Angaben des Anbieters zunächst ausschließlich für allgemeine Informations- und Schulungszwecke eingesetzt werden. Eine Nutzung im Rahmen der unmittelbaren Patientenversorgung ist während dieser Testphase nicht vorgesehen.
Damit wird zugleich deutlich, welche Bedeutung KI-gestützte Anwendungen für die Weiterentwicklung klinischer Informations- und Entscheidungsunterstützung gewinnen. Die Integration solcher Systeme in die Versorgung wirft jedoch auch Fragen nach Qualität, Transparenz, Verantwortlichkeiten und der sicheren Einbindung in klinische Entscheidungsprozesse auf.
Wolters Kluwer verweist auf mehr als 100 unabhängige Studien, die den Einsatz von UpToDate mit Verbesserungen verschiedener Krankenhauskennzahlen in Verbindung gebracht hätten. Dazu zählen unter anderem kürzere Verweildauern, weniger medizinische Fehler und eine Reduzierung unnötiger diagnostischer Untersuchungen.
Mit der Verlängerung der landesweiten Lizenz setzt Norwegen damit auf einen zentralen Zugang zu digitaler klinischer Entscheidungsunterstützung. Die Kombination aus evidenzbasiertem medizinischem Wissen, Clinical Pathways und perspektivisch auch KI-gestützten Anwendungen soll medizinische Fachkräfte bei komplexer werdenden Versorgungsprozessen unterstützen.
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