Gesundheitscloud MEDI:CUS startet in den Pilotbetrieb

Landesweite Datenplattform für Versorgung und Forschung

Mit der Gesundheitscloud MEDI:CUS (Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher) startet Baden-Württemberg in die Pilotphase einer landesweiten, cloudbasierten Datenplattform für den Gesundheitsbereich. Ministerpräsident Winfried Kretschmann bezeichnete das Projekt als „bundesweiten Leuchtturm im Bereich Gesundheitsdaten“ und wichtigen Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitsstandorts.

Ziel ist es, Gesundheitsdaten besser nutzbar zu machen – für eine optimierte Versorgung, schnellere Entwicklung innovativer Therapien und die Stärkung von Forschung und Wirtschaft.

Rollout in 17 Kliniken

Nach einer Konzeptionsphase 2024 und ersten erfolgreichen technischen Anbindungstests im Herbst ist MEDI:CUS nun in die Pilotierung gegangen. In den kommenden Monaten wird die Plattform in 17 klinischen Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Trägerschaft in Baden-Württemberg ausgerollt.

Digitalisierungsminister Thomas Strobl betonte, die Plattform sei nun nicht mehr nur Konzept, sondern werde in die Praxis überführt. Die cloudbasierte und anbieterunabhängige Infrastruktur entlaste die teilnehmenden Einrichtungen von technischen und organisatorischen Aufwänden. Gleichzeitig erfülle sie hohe Sicherheitsstandards und erhöhe perspektivisch die Verfügbarkeit relevanter Daten für Versorgung und Forschung.

Neue Organisationsstruktur für den Regelbetrieb

Zur Überführung in eine dauerhafte Struktur hat das Kabinett die Gründung eines Vereins beschlossen. In diesem soll das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg das Land als Ehrenmitglied vertreten. Die beteiligten Ministerien sichern langfristige Unterstützung zu.

Die operative Weiterentwicklung und der Betrieb sollen durch eine vom Verein gegründete GmbH erfolgen. Damit soll einerseits eine breite Stakeholder-Beteiligung gewährleistet, andererseits eine agile und eigenständige Betriebsstruktur geschaffen werden.

Ressortübergreifende Unterstützung

Gesundheitsminister Manne Lucha sieht in MEDI:CUS die Chance, „Silos in der Versorgungslandschaft aufzubrechen“ und ein gemeinsames digitales Ökosystem zu etablieren.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski betonte die Vernetzung von Forschung und Versorgung über Einrichtungsgrenzen hinweg. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut verwies auf die Bedeutung für angewandte Forschung, Unternehmen und Start-ups, insbesondere im Bereich KI-gestützter Anwendungen.

25,6 Millionen Euro Förderung bis 2026

Das Projekt wird seit 2023 im Rahmen des Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg gefördert. Bis Ende 2026 stehen insgesamt 25,6 Millionen Euro aus Mitteln des Sozial-, Wissenschafts- und Wirtschaftsministeriums zur Verfügung. Die organisatorische Federführung liegt beim Innenministerium.

MEDI:CUS soll langfristig eine resiliente, sichere und interoperable Infrastruktur schaffen, die digitale Fachanwendungen vereinfacht implementierbar macht und den strukturierten Austausch von Gesundheitsdaten für Versorgung und Forschung ermöglicht.

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