Erste vollständig digitale Geburtsanzeige in Kiel umgesetzt

Städtisches Krankenhaus Kiel realisiert medienbruchfreien M2M-Prozess mit NEXUS und Vertama

Im Städtisches Krankenhaus Kiel ist erstmals eine vollständig digitale Geburtsanzeige erfolgreich umgesetzt worden. Wie die Projektpartner mitteilen, erfolgt die Meldung nun automatisiert und medienbruchfrei direkt aus dem Krankenhausinformationssystem an das zuständige Standesamt. Beteiligt sind der KIS-Hersteller NEXUS sowie das Berliner Unternehmen Vertama.

Niedersachsen führt digitale Geburtsanzeige nach „Kieler Modell“ ein
Erstmals vollständig elektronischer Meldeweg zwischen Klinik und Standesamt (03.12.2025)

Mit der Einführung des sogenannten „Kieler Modells“ wird ein bislang papiergebundener Verwaltungsprozess digitalisiert. Über Jahrzehnte hinweg war die Geburtsanzeige durch manuelle Erfassung und physische Übermittlung geprägt. Nun erfolgt die Meldung als automatisierter Machine-to-Machine-Prozess (M2M) direkt aus dem Krankenhausinformationssystem heraus.

Technisch basiert die Lösung auf einem „Meldeprozess as a Service“ (MaaS), der die Brücke zwischen dem Kliniksystem und der in deutschen Standesämtern eingesetzten Fachsoftware Autista schlägt. Ziel war laut Projektbeteiligten eine vollständige Ende-zu-Ende-Digitalisierung des Prozesses. „Die wichtigste Aufgabe für uns war es, den Status der automatisierten Ende-zu-Ende Digitalisierung zu erreichen, bevor wir weitere Produkte wie die digitale Sterbefallanzeige oder die Unterbringungsanweisung ausrollen“, erklärte Andre Sturm, CEO von Vertama.

Für das Krankenhausmanagement bedeutet die Umstellung eine administrative Entlastung. Die Daten werden strukturiert, rechtssicher und mittels qualifizierter elektronischer Signatur übermittelt. Manuelle Doppelerfassungen entfallen, wodurch Fehlerquellen reduziert und Durchlaufzeiten bis zur Ausstellung der Geburtsurkunde verkürzt werden.

Vertama realisiert nach eigenen Angaben bereits für mehr als 70 Krankenhäuser digitale Meldungen an das Robert Koch-Institut und an Gesundheitsämter. Mit der digitalen Geburtsanzeige wird das Portfolio nun auf den Bereich des Personenstandswesens ausgeweitet.

Für Kliniken bundesweit hat das Projekt Signalwirkung: Die standardisierte, interoperable Vernetzung von Krankenhausinformationssystemen mit Verwaltungsstrukturen gilt als zentraler Baustein der digitalen Transformation im Gesundheitswesen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Dokumentationsanforderungen und knapper Personalressourcen.

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