Klinikum Stuttgart führt neues Krankenhausinformationssystem ein

Maximalversorger entscheidet sich nach Vergabeverfahren für Avelios als digitale Klinikplattform

Das Klinikum Stuttgart hat sich nach einem europaweiten Vergabeverfahren für das Krankenhausinformationssystem (KIS) von Avelios Medical entschieden. Wie das Klinikum Stuttgart und Avelios mitteilen, soll die cloudbasierte Plattform künftig die bestehende SAP IS-H- und i.s.h.med-Systemlandschaft vollständig ersetzen und die Grundlage für eine stärker datengetriebene sowie sektorenübergreifende Versorgung schaffen.

Mit der Entscheidung setzt einer der größten Maximalversorger Deutschlands auf eine moderne Krankenhausplattform, die klinische und administrative Prozesse auf einer gemeinsamen Daten- und Technologiearchitektur verbinden soll.

Digitale Transformation für einen Maximalversorger

Das Klinikum Stuttgart zählt zu den größten und innovationsstärksten Krankenhäusern Deutschlands. Als eines von sechs Level-III-Häusern in Baden-Württemberg übernimmt das Klinikum eine koordinierende Rolle innerhalb einer Gesundheitsregion und soll künftig auch die digitale Vernetzung mit Partnerkliniken weiterentwickeln.

Rund 9.500 Mitarbeitende, darunter mehr als 1.200 Ärztinnen und Ärzte, versorgen jährlich etwa 90.000 stationäre sowie mehr als 600.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Hinzu kommen rund 65.000 operative Eingriffe pro Jahr.

Vor diesem Hintergrund stellt die Einführung eines neuen Krankenhausinformationssystems einen zentralen Schritt der digitalen Strategie dar. Nach Angaben des Klinikums soll die Plattform nicht nur technische Systeme ersetzen, sondern zugleich Prozesse standardisieren und organisatorische Abläufe weiterentwickeln.

Avelios-Plattform soll Grundlage für KI-Anwendungen schaffen

Ein wesentlicher Bestandteil der Entscheidung ist das strukturierte und semantisch annotierte Datenmodell von Avelios. Dieses soll die Grundlage für datenbasierte Versorgungskonzepte und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im klinischen Alltag schaffen.

Die cloudfähige Microservice-Architektur ermöglicht nach Angaben des Anbieters eine flexible Integration in komplexe Versorgungsstrukturen. Durch die strategische Partnerschaft mit SAP und die Anbindung an SAP S/4HANA sollen klinische und kaufmännische Prozesse auf einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur zusammengeführt werden.

Prof. Dr. Jan Steffen Jürgensen, Vorstand des Klinikums Stuttgart, betonte die Bedeutung einer anwenderorientierten Digitalisierung: Entscheidend seien sichere, robuste und effiziente Prozesse, die eine hohe Behandlungsqualität unterstützen. Besonders überzeugt habe die Kombination aus technischer Leistungsfähigkeit, Nutzerfreundlichkeit und der Möglichkeit, strukturierte Daten für zukünftige KI-Anwendungen zu nutzen.

Ersatz bestehender SAP-Systemlandschaft

Das Projekt umfasst die Einführung der Plattform für sämtliche klinischen und administrativen Kernprozesse. Damit wird die bisherige SAP IS-H- und i.s.h.med-Systemlandschaft vollständig abgelöst.

Im Mittelpunkt steht eine standardorientierte Implementierung, bei der Prozesse bereichsübergreifend harmonisiert und an Best-Practice-Ansätzen ausgerichtet werden sollen. Die Einführung des neuen Krankenhausinformationssystems ist damit nicht ausschließlich ein IT-Projekt, sondern zugleich eine umfassende organisatorische Transformation.

Avelios Medical sieht in der Entscheidung des Klinikums Stuttgart eine Bestätigung für den Ansatz moderner Krankenhausplattformen. Nach Angaben des Unternehmens sollen solche Systeme künftig die steigende Komplexität großer Gesundheitsorganisationen beherrschbar machen und Innovationen wie Künstliche Intelligenz schneller in den klinischen Alltag integrieren.

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