Digitalisierung in der Pneumologie: Neue Rubrik widmet sich Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation

Fortschreitende Digitalisierung bietet erhebliche Potenziale für Patientenversorgung und Forschung – zugleich gilt es ethische und rechtliche Fragestellungen kritisch zu reflektieren

Die Pneumologie steht vor einem tiefgreifenden Wandel, ausgelöst durch die rasante Digitalisierung medizinischer Prozesse und Technologien. Die Fachzeitschrift Zeitschrift für Pneumologie hat daher eine neue Rubrik mit dem Titel „Digitalisierung in der Pneumologie“ eingeführt, die sich dem Austausch über digitale Innovationen, Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen widmet. Dies teilt das Autorenteam Wollsching-Strobel, Majorski und Köhnlein in ihrem Eröffnungsartikel mit (Wollsching-Strobel et al., 2024).

Ziel dieser Rubrik ist es, nicht nur die vielfältigen Chancen der digitalen Transformation im pneumologischen Fachgebiet zu präsentieren, sondern auch die damit verbundenen ethischen, gesellschaftlichen, rechtlichen und praktischen Herausforderungen kritisch zu hinterfragen. Thematisch reicht das Spektrum von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), Wearables und Smart Inhalern über Telemedizin und Künstliche Intelligenz (KI) bis hin zu neuen Lehr- und Lernmethoden sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen und Datenschutzfragen.

Digitale Anwendungen wie etwa Atemtrainings-Apps, Smart Inhaler und Telekonsile sind laut Wollsching-Strobel et al. bereits heute wichtige Werkzeuge, die zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Behandlungserfolge beitragen können. Die Autoren betonen zudem das zunehmende Potenzial von KI-Systemen, die durch Analyse großer Datenmengen präzisere Diagnosen ermöglichen und individualisierte Therapiepläne unterstützen. Gleichzeitig weisen sie auf die Notwendigkeit hin, Datenschutz, ethische Verantwortung sowie die Vermeidung von algorithmischen Verzerrungen (Bias) sicherzustellen.

Auch die SARS-CoV-2-Pandemie habe verdeutlicht, wie essenziell digitale Kommunikations- und Lernformate in der Pneumologie geworden sind. Die neue Rubrik soll daher als interdisziplinäres Forum für Pneumolog:innen, Informatiker:innen, Ethiker:innen und andere Beteiligte dienen, um gemeinsam die digitale Transformation verantwortungsvoll zu gestalten. Dabei stehe die Verbesserung der Patient:innenversorgung stets im Mittelpunkt, „denn Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur bestmöglichen Betreuung“ (Wollsching-Strobel et al., 2024).