Digitale Transformation: BKK Dachverband sieht ePA als künftiges Zentrum der Gesundheitsversorgung

Das geplante Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen stößt beim BKK Dachverband auf breite Zustimmung.

In einer Stellungnahme zum aktuellen Referentenentwurf betont Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des Verbandes, dass eine spürbare Verbesserung der medizinischen Versorgung nicht zwangsläufig mit einer finanziellen Mehrbelastung der Beitragszahler oder zusätzlichen Mitteln für das System einhergehen muss. Bei einer konsequenten Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben könne die elektronische Patientenakte (ePA) endlich ihren vollen digitalen Mehrwert entfalten und sich zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der Patientensteuerung entwickeln.

Für die Versicherten bedeutet die Neuausrichtung primär einen digital gestützten Zugang zum Versorgungssystem über die ePA-App. Künftig sollen direkt aus der Anwendung heraus medizinische Ersteinschätzungen vorgenommen, Arzttermine gebucht und Überweisungen digital verwaltet werden. Sofern die Patienten es wünschen, erhalten die beteiligten Leistungserbringer durch diese enge Verknüpfung einen sofortigen und lückenlosen Zugriff auf die relevanten ePA-Daten. Zudem wird den Krankenkassen der Spielraum eingeräumt, die Akte durch eigene nützliche Anwendungen – wie beispielsweise einen digitalen Impfpass – zu erweitern und damit den alltäglichen Nutzen für die Versicherten zu erhöhen.

Ein weiterer wesentlicher Kernpunkt des Gesetzesentwurfs betrifft die Ausweitung der datengestützten Versorgung zur frühzeitigen Erkennung von Gesundheitsrisiken. Krankenkassen dürfen künftig, das Einverständnis der Versicherten vorausgesetzt, neben den klassischen Abrechnungsdaten auch spezifische Daten aus der ePA analysieren. Diese Verknüpfung soll es ermöglichen, drohende oder noch nicht diagnostizierte Pflegebedürftigkeiten frühzeitig zu identifizieren. In der Folge können die Kassen den Betroffenen zielgerichtete Beratungen, präventive Maßnahmen sowie eigene Versorgungsangebote unterbreiten.

Abschließend begrüßt der BKK Dachverband insbesondere die Einführung der digitalen Ersteinschätzung als Instrument zur Steuerung der Patientenströme. Um eine echte Entlastung der vertragsärztlichen Praxen zu garantieren, müsse jedoch sichergestellt werden, dass Patienten ohne akuten ärztlichen Behandlungsbedarf adäquate alternative Versorgungs- oder Beratungsangebote erhalten. Gekoppelt mit einer stabilen Telematikinfrastruktur und einem intensivierten digitalen Datenaustausch zwischen allen Akteuren sieht der Verband in dem Gesetz einen entscheidenden Meilenstein für eine moderne, vernetzte Gesundheitsversorgung.

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