BDH-Kliniken Greifswald nach Cyberangriff im Krisenmodus
Medizinische Versorgung gesichert – Ermittlungen laufen
Die BDH-Klinik Greifswald ist in der Nacht zum Sonntag, 22. Februar 2026, Ziel eines Cyberangriffs geworden. Wie das Krankenhaus mitteilte, fiel infolge des Angriffs das Kommunikationsnetz aus. Die medizinische Versorgung ist nach Angaben der Klinik weiterhin sichergestellt. Die Abläufe auf den Stationen wurden auf eine analoge Arbeitsweise umgestellt, geplante Behandlungen können grundsätzlich stattfinden. Punktuell könne es jedoch zu Terminverschiebungen kommen.
Noch ist unklar, ob und in welchem Umfang Daten abgeflossen sind. Betroffene Systeme wurden isoliert und Notfallprozesse aktiviert. Ein Krisenstab wurde unmittelbar einberufen und arbeitet nach Angaben der Klinik mit Hochdruck an der Behebung der technischen Probleme. Zu den eingeleiteten Maßnahmen gehören die Klärung des Schadensumfangs sowie die Prüfung, ob personenbezogene Daten betroffen sind. Parallel dazu wurden organisatorische Schritte zur Sicherung der Patientenbetreuung umgesetzt. Zudem bereitet die Klinik die Wiederherstellung der Kommunikationswege und der wichtigsten Medizingeräte vor.
Der Vorfall wurde bei der Polizei angezeigt. Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern hat die Ermittlungen aufgenommen. Spezialisten für Cybercrime sind vor Ort und sichern digitale Spuren. Unterstützt wird das interne Krisenmanagement durch externe IT-Forensiker und Fachleute. Auch der interne Datenschutzbeauftragte der Klinik sowie die zuständige Datenschutzbehörde des Landes sind eingeschaltet.
Die Klinik bittet Patientinnen, Patienten und Beschäftigte um erhöhte Aufmerksamkeit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Cyberkriminelle versuchen, die Situation für betrügerische Zwecke zu nutzen. Möglich seien gefälschte, seriös wirkende E-Mails, Nachrichten oder Anrufe, mit denen persönliche Informationen abgegriffen werden sollen.
Anonyme Vorwürfe – bislang nicht verifiziert – Stand 03.03.2026
Heute erreichte unsere Redaktion zudem eine anonyme Zuschrift, in der schwerwiegende Vorwürfe gegen die Klinikleitung und die IT-Verantwortlichen erhoben werden. Unter anderem wird ein unzureichendes Krisenmanagement, der Abfluss von Patientendaten und die öffentliche Zugänglichmachung sensibler Daten behauptet. Die Redaktion konnte diese Angaben bislang nicht unabhängig verifizieren. Eine Stellungnahme der Klinik zu diesen Vorwürfen wurde angefragt.
Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern mahnt zur Wachsamkeit
Nach dem Cyberangriff auf die BDH-Kliniken Greifswald hat sich nun auch die Datenschutzaufsicht eingeschaltet. Die Klinik meldete dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern (LfDI MV) eine schwerwiegende Datenpanne infolge des Angriffs. Teile der IT-Infrastruktur seien betroffen, die medizinische Versorgung jedoch weiterhin gesichert. Ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten abgeflossen sind, ist bislang unklar. Betroffene Systeme wurden isoliert und Notfallprozesse aktiviert.
Sebastian Schmidt, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, betont die besondere Sensibilität des Gesundheitssektors. Krankenhäuser gehörten zu den kritischsten Bereichen der digitalen Infrastruktur. Ein Angriff betreffe nicht nur Daten, sondern könne auch die Funktionsfähigkeit der medizinischen Versorgung beeinträchtigen. Bundesweit nehme die Zahl der Cyberangriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens seit Jahren zu.
Meldepflichten nach DSGVO im Fokus
Der Vorfall unterstreicht nach Einschätzung der Datenschutzaufsicht erneut die Bedeutung robuster Cybersicherheitsstrukturen im Gesundheitswesen. Kliniken arbeiteten im Ernstfall eng mit Sicherheits- und Datenschutzbehörden zusammen, um Schäden zu begrenzen und Systeme schnellstmöglich wiederherzustellen.
Zugleich verweist der Landesdatenschutzbeauftragte auf die gesetzlichen Verpflichtungen aus der Datenschutz-Grundverordnung. Verantwortliche Stellen müssten ihren Melde- und Benachrichtigungspflichten konsequent nachkommen. Nur so könnten Betroffene rechtzeitig informiert werden, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die aktuelle Lage zeige, dass technische Sicherheitsvorkehrungen und umsichtiges Verhalten der Bevölkerung gleichermaßen entscheidend seien, um die Risiken von Cyberangriffen zu minimieren.
Über BDH-Kliniken Greifswald
Die BDH-Kliniken Greifswald sind ein neurologisches Fachkrankenhaus und Rehabilitationszentrum in Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern. Die Einrichtung ist Teil des bundesweiten Netzwerks der BDH-Kliniken, die auf neurologische Akutbehandlung und Rehabilitation spezialisiert sind. Sie spielt eine wichtige Rolle in der regionalen Versorgung von Schlaganfall- und Hirnverletzungspatienten.






