Asklepios schließt KI-Rollout in der Radiologie ab

28 Kliniken nutzen Aidoc für schnellere Diagnostik und priorisierte Patientenversorgung

Die Asklepios Kliniken haben den konzernweiten Rollout der KI-Plattform Aidoc in der Radiologie erfolgreich abgeschlossen. Als erster privater Klinikbetreiber in Deutschland setzt Asklepios damit flächendeckend Künstliche Intelligenz in seinen Akutkliniken ein. Das System ist inzwischen an 28 Standorten aktiv und unterstützt die radiologischen Teams rund um die Uhr bei der Auswertung von CT- und Röntgenaufnahmen. Nach Angaben des Konzerns werden standortübergreifend monatlich mehr als 35.000 Bilddatensätze automatisiert analysiert.

Die Einführung der KI-Plattform begann im Mai 2025 und wurde Ende desselben Jahres abgeschlossen. Sie ist Teil der konzernweiten Digitalstrategie von Asklepios und wird im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) gefördert. Ziel ist es, diagnostische Prozesse zu beschleunigen, die Priorisierung zeitkritischer Befunde zu verbessern und medizinisches Personal insbesondere in Notfall- und Bereitschaftsdiensten zu entlasten.

Unterstützung der Radiologie in Echtzeit

Die eingesetzte KI-Technologie analysiert CT- und Röntgenbilder automatisch auf akute Pathologien wie Hirnblutungen, Lungenembolien oder Frakturen. Auffällige Befunde werden priorisiert an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte gemeldet. Dadurch soll die Zeit bis zur diagnostischen Entscheidung verkürzt und die Patientensicherheit erhöht werden.

Nach Darstellung des Konzerns profitieren sowohl große Maximalversorger als auch kleinere Häuser von der Technologie. Gerade an Standorten mit begrenzten personellen Ressourcen könne die KI als zusätzlicher „digitaler Schulterblick“ fungieren. Ein früher Pilotstandort war die Asklepios Nordseeklinik Sylt, die als Inselklinik eine 24/7-Grundversorgung sicherstellt. Dort wurde die KI insbesondere in der Notfallversorgung und im radiologischen Bereitschaftsdienst eingesetzt.

Einbindung in den Health Data Hub

Das KI-Projekt in der Radiologie ist zugleich ein erster Baustein des konzernweiten Health Data Hub von Asklepios. Diese neue zentrale Analyseplattform wird aktuell in mehreren Themenschwerpunkten aufgebaut und soll künftig klinische Entscheidungsprozesse datenbasiert unterstützen. In diesem Kontext dient die Aidoc-Software als Clinical Decision Support System (CDSS), das unter anderem Risiko- und Prognoseeinschätzungen ermöglicht und Handlungsempfehlungen generiert.

Die technische Umsetzung erfolgt cloudbasiert mit einer lokalen aiOS-Plattform, um die Einhaltung der Datenschutzanforderungen gemäß DSGVO sicherzustellen. Nach Angaben von Asklepios verlief die Integration in die bestehenden radiologischen Systeme stabil und zuverlässig.

Internationale Erfahrungen mit KI-gestützter Diagnostik

Asklepios verweist bei der Einführung auf internationale Erfahrungen mit Aidoc. In verschiedenen Studien und Praxisprojekten in Europa und den USA konnten Verbesserungen bei Erkennungsraten, Bearbeitungszeiten und Versorgungsabläufen nachgewiesen werden. So wurde etwa am Unfallkrankenhaus Berlin eine höhere Detektionsrate intrakranieller Blutungen beschrieben, während internationale Beispiele auf verkürzte Behandlungs- und Verweildauern in der Notfallversorgung hinweisen.

Mit dem flächendeckenden Einsatz von KI in der Radiologie setzt Asklepios nach eigenen Angaben einen neuen Standard in der digitalen Diagnostik. Für Krankenhäuser bedeutet der Rollout zugleich einen strategischen Schritt, um steigende Fallzahlen, Fachkräftemangel und wachsende Anforderungen an Geschwindigkeit und Qualität in der Patientenversorgung besser bewältigen zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert