1st German Health Resilience Conference: Gesundheitswesen im Krisenfall stärken
MEDICA 2026 rückt Blackouts, Cyberangriffe und Krisenversorgung in den Fokus
Pandemien, Cyberangriffe, Extremwetter, geopolitische Konflikte und großflächige Stromausfälle stellen das Gesundheitswesen vor wachsende Herausforderungen. Die erstmals im Rahmen der MEDICA 2026 stattfindende „1st German Health Resilience Conference“ widmet sich der Frage, wie Krankenhäuser, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen und Behörden auch in Krisensituationen handlungsfähig bleiben können.
Die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitswesens gewinnt angesichts zunehmender Krisen- und Gefährdungslagen an Bedeutung. Mit der „1st German Health Resilience Conference“ erhält das Thema im Rahmen der MEDICA 2026 erstmals eine eigene Konferenzplattform. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 19. November 2026 in Düsseldorf statt. Die Konferenz wird gemeinsam von der Messe Düsseldorf und der German Health Alliance (GHA) kuratiert und organisiert und durch den Industrieverband SPECTARIS unterstützt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Resilienz des Gesundheitswesens entlang der gesamten Versorgungskette gestärkt werden kann. Dabei geht es sowohl um strategische und politische Fragestellungen als auch um konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Neben Krankenhäusern werden unter anderem Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Labore, Behörden, Hilfsorganisationen und weitere Akteure des Gesundheitswesens einbezogen.
Das Programm reicht von gesellschaftlicher Resilienz und gesundheitlicher Vulnerabilität bis zur Krisenfestigkeit einzelner Einrichtungen. Thematisiert werden unter anderem die Rolle lokaler Unterstützungsnetzwerke, die Bedeutung der Zivilgesellschaft sowie die Frage, welchen Beitrag Bürgerinnen und Bürger und pflegende Angehörige in Krisensituationen zur Stabilisierung der Versorgung leisten können.
Zu den Referenten gehört Prof. Dr. Alexander Fekete von der Technischen Hochschule Köln, der sich seit Jahren mit Risiko- und Resilienzforschung beschäftigt. Er erwartet von der Konferenz insbesondere einen interdisziplinären Austausch darüber, wie gesundheitliche Resilienz in unterschiedlichen Bereichen konkret umgesetzt werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung auf großflächige Stromausfälle. Ein Blackout kann innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Bereiche der Gesundheitsversorgung beeinträchtigen. Betroffen wären neben Krankenhäusern auch Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Rettungsdienste und die ambulante Versorgung.
Der Berliner Leitende Branddirektor Karsten Göwecke wird sich mit den Herausforderungen eines länger andauernden Stromausfalls beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Aufrechterhaltung kritischer Versorgungsstrukturen und Maßnahmen, mit denen Einrichtungen ihre Widerstandsfähigkeit bereits mit vergleichsweise einfachen Mitteln verbessern können.
Auch der Schutz kritischer Infrastrukturen und die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe sind Bestandteil der Konferenz. IT-Ausfälle können heute ebenso wie Naturkatastrophen oder Stromausfälle erhebliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben. Entsprechend sollen Fragen der IT-Sicherheit, der Ausfallsicherheit digitaler Systeme, der Notfallkommunikation und der Sicherung kritischer Ressourcen diskutiert werden.
Die Perspektive der Krankenhäuser bringt unter anderem André Solarek, Leiter der Stabsstelle Krisenmanagement an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ein. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen für eine krisenfestere Krankenhausstruktur. Themen sind unter anderem Strom- und Wasserversorgung, IT-Sicherheit, Objektschutz und die Organisation des Krisenmanagements. Auch Alarm- und Einsatzplanung sowie klinische Katastrophenmedizin werden behandelt.
Die Veranstalter wollen dabei bewusst über die klassische Betrachtung des Katastrophenschutzes hinausgehen. Resilienz wird als gemeinsame Aufgabe verstanden, die nur durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure entlang der Versorgungskette erreicht werden kann. Dazu zählen neben Krankenhäusern auch ambulante Leistungserbringer, Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Labore, öffentliche Verwaltungen, Hilfsorganisationen und die Bundeswehr.
Mit der neuen Konferenz erweitert die MEDICA ihr Programm um ein Thema, das für die Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die „1st German Health Resilience Conference“ soll strategische Konzepte mit praktischen Erfahrungen verbinden und konkrete Ansätze aufzeigen, wie Gesundheitseinrichtungen und Versorgungssysteme auch unter außergewöhnlichen Belastungen handlungsfähig bleiben können.




