Zi-Studie belegt Zusammenhang zwischen Krankenhausbetten, hausärztlicher Versorgung und stationären Fallzahlen
Hohe Bettenkapazität bei geringer Hausarztdichte stimuliert stationäre Behandlungsfälle – ambulante Versorgung entscheidend zur Vermeidung unnötiger Klinikaufenthalte
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat in der Studie „Lower ambulatory care availability and greater hospital capacity are associated with higher hospital case volumes“ (veröffentlicht in einem internationalen Fachjournal) untersucht, wie regionale Versorgungsstrukturen die Anzahl stationärer und ambulanter Behandlungsfälle beeinflussen.
Zentrale Erkenntnisse
- Hohe Krankenhausbettenanzahl + geringe Hausarztdichte → mehr stationäre Fälle
Regionen mit vielen Krankenhausbetten, aber wenigen Hausärzten weisen eine höhere Anzahl stationärer Krankenhausfälle auf als Gebiete mit weniger Betten und besserer hausärztlicher Versorgung. - Ambulante Fallzahlen weniger beeinflusst
Die Zahl ambulanter Behandlungsfälle hängt statistisch gesehen weniger stark von der lokalen Versorgungsstruktur ab. - Nicht jede hohe Fallzahl bedeutet höhere Morbidität
Eine hohe Anzahl stationärer Fälle deutet nicht zwangsläufig auf einen größeren Versorgungsbedarf hin. Vielmehr könnten viele Patienten ambulant versorgt werden, wenn die ambulanten Kapazitäten ausreichend wären. - Versorgungsengpässe bei Hausarztpraxen als Zugangshindernis
Große Entfernungen oder wenige Hausarztpraxen erschweren präventive oder frühzeitige ambulante Versorgung. Dadurch werden Patienten möglicherweise erst später stationär behandelt, wenn sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat.
Müller, D., Akmatov, M.K. & von Stillfried, D.G. Lower ambulatory care availability and greater hospital capacity are associated with higher hospital case volumes. Res Health Serv Reg 4, 7 (2025). https://doi.org/10.1007/s43999-025-00066-0




