Rekordverdächtige Insolvenzgefahr: Dringender Handlungsbedarf für Krankenhäuser

Die Krankenhäuser in Deutschland kämpfen seit Jahren mit einer chronischen Unterfinanzierung. Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) steigert sich das Defizit der Kliniken monatlich um rund 500 Millionen Euro, da sie regelmäßig mehr ausgeben, als sie einnehmen, um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten. GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann fordert von der künftigen Bundesregierung ein „starkes Signal“, um der „rekordverdächtigen Insolvenzgefahr“ der Krankenhäuser entgegenzuwirken.

Ein zentraler Punkt für Dr. Fellermann ist die Notwendigkeit eines kurzfristig wirksamen strukturellen Inflationsausgleichs, um Krankenhäuser wirtschaftlich abzusichern. Die Erhöhung der Landesbasisfallwerte wird als sinnvollste Lösung betrachtet, um die Finanzierung der Kliniken nachhaltig zu verbessern. Eine faire Finanzierung der Krankenhäuser sei essenziell für die Daseinsvorsorge im Gesundheitsbereich.

Fellermann übt scharfe Kritik an der im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) vorgesehenen Vorhaltefinanzierung, die aus seiner Sicht weder die gewünschten Ziele erreicht noch den steigenden bürokratischen Aufwand mindert. Stattdessen führe sie zu einer weiteren Komplexität und bürokratischen Belastung der Kliniken.

Ein weiteres großes Thema ist der drastische Anstieg der Dokumentations- und Nachweisverpflichtungen in den letzten Jahren. Fellermann fordert, diese ohne Mehrwert abzuschaffen, damit Ärzte und Pflegekräfte sich wieder auf die wesentliche Aufgabe – die Versorgung der Patienten – konzentrieren können. Besonders die enormen Anforderungen aus der vorangegangenen Gesetzgebung, wie etwa das Handbuch für die Zuordnung von Patienten zu Leistungsgruppen mit 12.000 Seiten, werden scharf kritisiert.