Multiprofessionelle Primärversorgungszentren: Verbände fordern neue Versorgungsform für die ambulante Medizin
Positionspapier von DBfK, vdää und VdPP: Deutschland braucht Primärversorgungszentren statt klassischer Praxen
Die ambulante Versorgung in Deutschland steht vor einer ernsten Krise: In fast einem Viertel aller Landkreise gilt die hausärztliche Versorgung bereits als gefährdet, in weiteren 12 Prozent als stark gefährdet. Nachwuchsmediziner:innen übernehmen nur selten bestehende Praxen und bevorzugen zunehmend multiprofessionelle Strukturen mit geregelten Arbeitszeiten.
Vor diesem Hintergrund legen der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Verein demokratischer Ärztinnen (vdää) und der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP) ein gemeinsames Positionspapier vor. Ziel ist die gesetzliche Verankerung Primärversorgungszentren als neue Regelform der ambulanten Versorgung.
Primärversorgungszentren bündeln Kompetenzen unter einem Dach:
- Ärzt:innen, Pflegefachpersonen (insbesondere Community Health Nurses auf Masterniveau), Apotheker:innen und weitere Gesundheitsberufe arbeiten interdisziplinär.
- Prävention, Public-Health-Angebote, digitales Medikationsmanagement und Versorgung von chronisch Erkrankten werden effizient umgesetzt.
- Entlastung der Ärzt:innen und Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit durch fest integrierte Apotheker:innen.
Forderungen der Verbände:
- Gesetzliche Einführung von Primärversorgungszentren als neue Regelform.
- Investitionsmittel von Bund und Ländern zum Aufbau notwendiger Strukturen.
- Finanzielle Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigungen, die bislang an kleinteiligen Strukturen festhalten.
- Rechtliche Verankerung multiprofessioneller Kompetenzen, um Pflegefachpersonen und Apotheker:innen eigenverantwortlich einzusetzen.
- Einheitliches Vergütungssystem, unabhängig vom Versicherungsstatus, für gleichwertige Behandlungsqualität.
Fazit:
Ohne eine grundlegende Neuaufstellung der Primärversorgung drohen Versorgungsengpässe und Qualitätsverluste. Primärversorgungszentren ermöglichen eine patientenzentrierte Versorgung, nutzen die Ressourcen aller Gesundheitsberufe optimal und stellen die Versorgungssicherheit für die Zukunft sicher.







