Physician Assistants und Community Health Nurses sollen ärztliche Leistungen übernehmen können
AOK fordert neue Rollenverteilung in der Primärversorgung
Die AOK Rheinland/Hamburg fordert für das geplante Primärversorgungssystem eine stärkere interprofessionelle Arbeitsteilung und eine Neudefinition der Aufgaben medizinischer Berufsgruppen. Physician Assistants und Community Health Nurses sollen dabei nach klaren Vorgaben auch Leistungen übernehmen können, die bislang ärztlich erbracht werden.
Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, fordert mit Blick auf den erwarteten Gesetzentwurf mehr als eine Ausweitung bestehender Angebote wie der hausarztzentrierten Versorgung. Diese könne aus Sicht der Krankenkasse nicht als alleinige Blaupause für ein bundesweites Primärversorgungssystem dienen.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht nur um die Delegation ärztlicher Tätigkeiten. Die AOK spricht sich auch für eine klar definierte Substitution von Leistungen durch entsprechend qualifizierte medizinische Fachkräfte aus.
Neben interprofessionellen Teams und sektorenübergreifenden Netzwerken fordert die Krankenkasse eine Reform der Vergütung. Das bestehende System setze Fehlanreize, indem es eine hohe Zahl von Arztkontakten honoriere, tatsächliche Versorgungsaufwände jedoch nicht ausreichend berücksichtige.
Die Primärversorgung soll nach den Vorstellungen der AOK regional organisiert werden und Patienten gezielter durch das Versorgungssystem steuern. Erfahrungen sammelt die Krankenkasse bereits in Gesundheitsregionen in Aachen und im Kölner Norden sowie in Primärversorgungsprojekten in Hamburg und Berlin.




