Marburger Bund warnt vor Versorgungslücken durch Klinikumbau
Schließung in Oelde und geplante Regionalkliniken in Rheinland-Pfalz – Ärzteverband fordert erreichbare Notfallversorgung und gesicherte Finanzierung
Der Marburger Bund NRW/RLP warnt angesichts der geplanten Schließung des Marienhospitals Oelde und der Umwandlung von Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz vor Versorgungslücken durch den laufenden Strukturwandel. Der Ärzteverband fordert, Notfallstrukturen, ärztliche Weiterbildung und Pflegeausbildung auch bei Klinikschließungen oder Leistungskürzungen sicherzustellen. Zugleich kritisiert er die bislang ungeklärte Finanzierung der geplanten Regionalkliniken.
In Nordrhein-Westfalen steht aktuell das Marienhospital Oelde im Mittelpunkt. Der Träger, die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen, hatte die rund 400 Beschäftigten darüber informiert, dass das 1849 gegründete Krankenhaus zum Jahresende geschlossen werden soll. Als Gründe werden eine über mehrere Jahre zunehmend schwierige strukturelle, medizinische und wirtschaftliche Entwicklung genannt.
Der Vorsitzende des Marburger Bundes NRW/RLP, Hans-Albert Gehle, stellt die Notwendigkeit einer Veränderung der Krankenhauslandschaft grundsätzlich nicht infrage. Klinikschließungen und die Reduzierung von Leistungsangeboten dürften jedoch nicht dazu führen, dass eine erreichbare und bedarfsgerechte stationäre Versorgung verloren gehe.
Frankenthal soll zur Regionalklinik werden
Auch die geplante Neuordnung der Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz sieht der Verband kritisch. Nach Angaben des Marburger Bundes soll gut jedes zehnte der rund 80 Krankenhäuser zu einer sogenannten Regionalklinik für „Alltagsnotfälle“ weiterentwickelt werden.
Zu den betroffenen Standorten gehört die Stadtklinik Frankenthal mit rund 750 Beschäftigten. Die Notfallambulanz behandelt nach Angaben des Verbandes jährlich etwa 23.000 Fälle. Ob sie in ihrer bisherigen Form bestehen bleibt, sei noch offen. Die Umsetzung der Krankenhausplanung wurde für Frankenthal zunächst bis Ende 2027 verschoben.
Der Marburger Bund fordert ausdrücklich den Erhalt erreichbarer Notfallstrukturen. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass durch Klinikschließungen oder Leistungskonzentrationen zusätzliche Belastungen für umliegende Krankenhäuser entstehen.
Finanzierung der Regionalkliniken noch ungeklärt
Kritik äußert der Verband insbesondere an der Finanzierung der geplanten Regionalkliniken in Rheinland-Pfalz. Nach Einschätzung Gehles fehle bislang ein tragfähiges Konzept für deren dauerhafte Finanzierung. Der Marburger Bund sieht hier eine auskömmliche Vorhaltefinanzierung als möglichen Ansatz.
Neben der Patientenversorgung müsse der Strukturwandel auch die Beschäftigten berücksichtigen. Laufende Pflegeausbildungen und andere Qualifizierungen müssten fortgeführt werden können. Für Ärzte in Weiterbildung seien ebenfalls verlässliche Anschlussmöglichkeiten erforderlich.
„Der notwendige Strukturwandel darf nicht zu einem Abbau der Versorgung führen, ohne dass gleichzeitig verlässliche und erreichbare Alternativen geschaffen werden“, fasst der Marburger Bund seine Forderung zusammen. Klinikträger sowie Kommunal- und Landespolitik stünden gemeinsam in der Verantwortung.




