Stadtklinik Frankenthal bleibt 2027 Regelversorger

Elf Leistungsgruppen sichern rund 95 Prozent des bisherigen Fallgeschehens – langfristige Perspektive als Regioklinik bleibt offen

Die Stadtklinik Frankenthal soll auch ab dem 1. Januar 2027 Krankenhaus der Regelversorgung bleiben. Der Anhörungsentwurf des Landes sieht elf Leistungsgruppen, 229 somatische Planbetten und 17 Intensivbetten vor. Nach Berechnungen der Klinik können damit rund 95 Prozent des bisherigen Fallgeschehens weiterhin abgebildet werden. Geburtshilfe, Zentrale Notaufnahme und Intensivmedizin bleiben bestehen. Ungeklärt ist dagegen die langfristige Perspektive des Standorts als mögliche Regioklinik.

Für den Klinikbetrieb bedeutet die vorgesehene Krankenhausplanung zunächst weitgehende Kontinuität. Grundlegende Veränderungen beim medizinischen Angebot oder Personaleinsatz sind zum Jahreswechsel nach Angaben der Stadt nicht zu erwarten.

„In Frankenthal bleibt auch 2027 die medizinische Versorgung vor Ort erhalten. Unsere Zentrale Notaufnahme bleibt. Unsere Intensivmedizin bleibt. Und unsere Stadtklinik bleibt ein Krankenhaus der Regelversorgung“, erklärt Oberbürgermeister und Krankenhausdezernent Dr. Nicolas Meyer.

Nicht alle beantragten Leistungsgruppen vorgesehen

Trotz der weitgehenden Bestätigung des bisherigen Leistungsspektrums sieht die Stadt bei einzelnen Leistungsgruppen Klärungsbedarf. Mehrere beantragte Leistungen sollen nicht zugewiesen werden, obwohl der Medizinische Dienst nach Angaben der Stadt die entsprechenden Qualitätsvoraussetzungen positiv bewertet hat. Dazu gehören unter anderem die Hüft- und Knieendoprothetik.

Eine positive MD-Bewertung führt nicht automatisch zur Zuweisung einer Leistungsgruppe, da das Land im Rahmen seiner Krankenhausplanung weitere Kriterien berücksichtigen kann. Frankenthal erwartet jedoch eine nachvollziehbare Begründung für die vorgesehenen Entscheidungen.

Die Stadt will deshalb Akteneinsicht in die entscheidungserheblichen Unterlagen beantragen, eine Verlängerung der Anhörungsfrist anstreben und externe juristische Expertise einbeziehen. Auch die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten als Krankenhausträger sollen geprüft werden.

Langfristige Entwicklung zur Regioklinik noch ungeklärt

Unabhängig von den Regelungen für 2027 steht weiterhin eine mögliche spätere Entwicklung der Stadtklinik zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung beziehungsweise Regioklinik im Raum.

Aus Sicht der Stadt fehlt bislang ein konkretes Konzept dafür, welche medizinischen Leistungen ein solcher Standort dauerhaft anbieten würde. Insbesondere die zukünftige Rolle von Geburtshilfe, Notfall- und Intensivmedizin, die stationären Kapazitäten sowie die Versorgungsfunktion für Frankenthal und das Umland seien noch zu klären.

„Ein neues Schild an der Tür ist noch kein Versorgungskonzept. Wer von Regioklinik spricht, muss auch sagen, welche Medizin sich dahinter verbirgt“, so Meyer.

Frankenthal signalisiert grundsätzlich Bereitschaft zu Kooperationen, Spezialisierungen und einer stärkeren Verzahnung ambulanter und stationärer Angebote. Die konkrete Ausgestaltung müsse sich jedoch am regionalen Versorgungsbedarf orientieren.

51-Millionen-Euro-Erweiterungsbau erst im März eröffnet

In den weiteren Gesprächen mit dem Land verweist die Stadt auch auf die jüngsten Investitionen am Standort. Erst am 2. März 2026 wurde ein Erweiterungsbau der Stadtklinik eröffnet. Mehr als 51 Millionen Euro wurden investiert, davon über 36 Millionen Euro durch Rheinland-Pfalz.

Die Investitionen schreiben die Krankenhausstruktur nach Auffassung der Stadt zwar nicht dauerhaft fest. Eine grundlegend veränderte Perspektive für den erst wenige Monate zuvor erweiterten Standort müsse jedoch entsprechend begründet werden.

Politisch erhält die Klinik dabei breite Unterstützung: Der Frankenthaler Stadtrat hat sich mit 37:0 Stimmen für eine leistungsfähige Zukunft des kommunalen Krankenhauses ausgesprochen.

Für die Stadt richtet sich der Blick nun auf das Anhörungsverfahren und die Gespräche mit dem Land. Während die Versorgungsstruktur für 2027 weitgehend absehbar ist, wird die entscheidende Frage sein, welche Funktion die Stadtklinik langfristig innerhalb der neuen Krankenhausplanung Rheinland-Pfalz übernehmen soll.