Mit Einweisung in die Notaufnahme häufig ambulant versorgt

Retrospektive Analyse zeigt hohen Ressourcenaufwand bei Patienten mit Einweisung

Eine retrospektive Analyse der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, hat untersucht, wie Patient:innen mit Einweisungsschein in die Notaufnahme (NA) behandelt werden und welche diagnostischen Ressourcen dabei genutzt werden.

In einer Woche wurden 668 gesetzlich versicherte Patient:innen behandelt. 10,6 % der Fälle kamen mit einer Einweisung. Trotz Einweisung wurden 73,2 % der Patient:innen ambulant versorgt. Zum Vergleich: Bei Patienten ohne Einweisung lag die ambulante Entlassungsquote bei 78,2 %. Der Großteil der Einweisungen erfolgte vor 16 Uhr.

Diagnosen und Vorstellungsgründe unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant. Patienten mit Einweisung erhielten jedoch häufiger Laboruntersuchungen (74,4 % vs. 57,7 %), Röntgen (28,2 % vs. 19,4 %) und Ultraschalluntersuchungen (21,1 % vs. 17,4 %), was auf einen erhöhten Ressourcenaufwand hinweist.

Die Studie zeigt, dass Notaufnahmen eine zentrale Rolle in der ambulanten Akutversorgung spielen, selbst bei Patient:innen, die ursprünglich für eine stationäre Behandlung eingewiesen wurden. Zentrale, lokal verfügbare Diagnostik mit taggleicher Befundmitteilung könnte in Zukunft dazu beitragen, die Anzahl von Einweisungen in die Notaufnahme zu verringern.

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