Rekordschaden durch Abrechnungsbetrug in der ambulanten Pflege

KKH meldet 5,4 Millionen Euro Schadenssumme – Sachsen-Anhalt mit größtem Einzelfall

Ein ambulanter Pflegedienst in Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2024 bei der KKH Kaufmännischen Krankenkasse mit rund 3,67 Millionen Euro den bislang größten Einzelschaden durch Abrechnungsbetrug verursacht. Laut KKH wurden dabei Kosten für Pflegekurse mit unrealistisch hohen Teilnehmerzahlen abgerechnet und die Gelder unrechtmäßig einbehalten.

Im bundesweiten Vergleich folgen Bayern mit rund 648.000 Euro und Nordrhein-Westfalen mit über 500.000 Euro auf den nächsten Plätzen. Insgesamt konnte die KKH im vergangenen Jahr rund 600.000 Euro bereits gerichtlich oder außergerichtlich zurückgewinnen.

Nach Angaben der Krankenkasse belief sich der gesamte Schaden durch Abrechnungsbetrug im Jahr 2024 auf 5,4 Millionen Euro – der höchste Wert seit Bestehen der Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation. Insgesamt gingen 479 neue Hinweise auf mögliches Fehlverhalten im Gesundheitswesen ein. Besonders betroffen ist der Bereich der ambulanten Pflege, doch Fälle betreffen nahezu alle Sektoren – von Apotheken über Arztpraxen bis hin zu Zahnarztleistungen.

Der Chefermittler der KKH, Emil Penkov, erklärte:

„Das lockt ganz offensichtlich kriminelle Leistungserbringer, wobei es immer nur einige wenige schwarze Schafe unter vielen weißen sind.“

Penkov betonte zugleich, dass die Auswirkungen solcher Betrugsfälle über den finanziellen Schaden hinausgingen:

„Die ergaunerten Gelder fehlen in der Versorgung der Versicherten. Auf der anderen Seite gefährden die betrügerischen, teils skrupellosen Leistungserbringer Menschenleben, zum Beispiel wenn schwerkranke Patientinnen und Patienten gepanschte Medikamente erhalten.“

Mit einem Haushaltsvolumen von rund 8,2 Milliarden Euro und 1,5 Millionen Versicherten zählt die KKH zu den großen bundesweiten Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung. Bereits seit 24 Jahren betreibt sie eine eigene Spezialeinheit zur Bekämpfung von Abrechnungsbetrug.