IKK e.V.: Forderung nach grundlegenden Reformen im Gesundheitswesen
Positionspapier zur Bundestagswahl 2025 veröffentlicht
Die Innungskrankenkassen (IKK) haben ein umfassendes Positionspapier zur zukünftigen Gesundheitspolitik vorgelegt, das ihre Vision für ein nachhaltiges und effizientes Gesundheitssystem skizziert. Angesichts steigender Defizite und struktureller Fehlentwicklungen im deutschen Gesundheitswesen fordert der IKK e.V. eine grundlegende Reform.
Kritik an der bisherigen Entwicklung
Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., hebt hervor, dass das deutsche Gesundheitssystem trotz hoher Kosten nur durchschnittliche Ergebnisse liefert. Für 2025 prognostiziert der GKV-Schätzerkreis ein Defizit von 13,8 Milliarden Euro. Bereits jetzt wurden die Zusatzbeiträge erhöht, doch Müller warnt, dass dies nicht ausreichen wird, um die finanziellen Belastungen zu decken.
„Das stetig steigende Ausgabenniveau kann nicht länger durch höhere Zusatzbeiträge finanziert werden“, ergänzt Hans Peter Wollseifer, ebenfalls Vorstandsvorsitzender. Die Politik müsse langfristige Finanzierungsmodelle schaffen, die Arbeitgeber und Versicherte gleichermaßen entlasten.
Zentrale Forderungen des Positionspapiers
- Nachhaltige Finanzierung: Dynamisierung des Bundeszuschusses und Beteiligung des Bundes an gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, wie der Versorgung von Bürgergeldempfängern.
- Effizienzsteigerung: Einführung und Schärfung von Ausgabensteuerungsinstrumenten, wie Ausschreibungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen.
- Steuerliche Entlastungen: Senkung der Mehrwertsteuer auf Arznei- und Hilfsmittel von 19 % auf 7 %.
- Solidarische Finanzierung: Beteiligung der Plattform- und Digitalwirtschaft an der Solidargemeinschaft. Zudem sollen Lenkungssteuern auf Alkohol und Tabak für den Gesundheitsfonds genutzt werden.
- Qualitätssteigerung: Einheitliche Qualitätskriterien und sektorenübergreifende Vernetzung, insbesondere durch Modelle wie die Hausarztsteuerung.
- Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Förderung innovativer Technologien und Entbürokratisierung im Gesundheitswesen.
- Stärkung der Selbstverwaltung: Ausbau von Kompetenzen und Klagerechten der Krankenkassen als Vertreter der Versicherten.







