KBV-Qualitätsbericht 2024: Hohe Versorgungsqualität in Praxen trotz steigender Anforderungen

Bericht zeigt stabile Qualität in der ambulanten Versorgung und zunehmende Bedeutung sektorenübergreifender Qualitätssicherung

Die ambulante Patientenversorgung in Deutschland erfüllt weiterhin in nahezu allen Bereichen die vorgegebenen Qualitätsanforderungen. Das geht aus dem aktuellen Qualitätsbericht der Kassenärztliche Bundesvereinigung für das Berichtsjahr 2024 hervor, der im März 2026 veröffentlicht wurde. Für Krankenhäuser ist der Bericht insbesondere im Kontext der zunehmenden Ambulantisierung und sektorenübergreifenden Versorgung von Bedeutung.

Wie die KBV mitteilt, haben nahezu alle Praxen im Jahr 2024 die zusätzlichen Qualitätsanforderungen erfüllt, die für zahlreiche diagnostische und therapeutische Leistungen gelten. Insgesamt verfügten die mehr als 189.000 niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen und -therapeuten über mehr als 307.000 Genehmigungen für qualitätsgesicherte Leistungsbereiche sowie zusätzlich rund 50.000 Genehmigungen im Bereich der Psychotherapie. Diese Genehmigungen sind an konkrete fachliche, organisatorische und apparative Voraussetzungen gebunden und müssen regelmäßig überprüft werden.

Ein zentrales Element der Qualitätssicherung stellen die Prüfverfahren der Kassenärztlichen Vereinigungen dar. Im Jahr 2024 wurden über 16.000 Stichprobenprüfungen durchgeführt, bei denen unter anderem die Dokumentation von mehr als 141.000 Behandlungsfällen kontrolliert wurde. Ergänzend erfolgten tausende Überprüfungen zu Fortbildungsnachweisen, Mindestmengen und Hygienestandards. In der Folge wurden 113 Genehmigungen entzogen und 446 widerrufen, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt waren. Dies verdeutlicht die systematische Kontrolle innerhalb der ambulanten Versorgung.

Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister betonte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung, dass die Vielzahl an Maßnahmen zur Qualitätssicherung wirksam sei, warnte jedoch zugleich vor einer Überregulierung. Wörtlich erklärte er: „Das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen müsse stimmen.“ Maßnahmen ohne nachweisbaren Nutzen sollten demnach überprüft werden.

Download: KBV-Qualitätsbericht 2024 (PDF, 3.73 MB)
Kennzahlen und Hintergrundinformationen zur Qualitätssicherung in der vertragsärztlichen Versorgung für das Berichtsjahr 2024

Für Krankenhäuser gewinnt insbesondere die im Bericht erstmals gesondert dargestellte sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS) an Relevanz. Sie spiegelt die zunehmende Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung wider, wie sie auch im Zuge der aktuellen Krankenhausreform vorgesehen ist. Im Berichtsjahr wurden entsprechende Verfahren unter anderem für die perkutane Koronarintervention sowie zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen durchgeführt. Gleichzeitig zeigt der Bericht auch Grenzen auf: Einige Verfahren wurden eingestellt oder ausgesetzt, da die angestrebten Qualitätsziele nicht erreicht werden konnten.

Aus Sicht des Krankenhausmanagements unterstreicht der Bericht die wachsende Bedeutung ambulanter Leistungsbereiche und die Notwendigkeit, Qualitätssicherungsanforderungen sektorenübergreifend zu denken. Mit Blick auf Hybrid-DRGs, Ambulantisierung und neue Versorgungsformen wird die Abstimmung zwischen Kliniken und niedergelassenem Bereich weiter an Bedeutung gewinnen.

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