Baden-Württemberg fördert Klinikbau mit 248 Millionen Euro
Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 umfasst 20 Vorhaben landesweit
Das Land Baden-Württemberg stellt im Rahmen des Jahreskrankenhausbauprogramms 2026 insgesamt 248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Klinikstandorten bereit. Der Ministerrat hat das Programm am 10. Februar 2026 beschlossen. Gefördert werden 14 Bauvorhaben sowie sechs Planungsraten an Krankenhäusern im gesamten Land. Die Mittel sind Teil des Doppelhaushalts 2025/2026, in dem insgesamt rund 1,07 Milliarden Euro für die Investitionsförderung der Krankenhäuser vorgesehen sind. Damit erhöht das Land die Krankenhausfinanzierung um etwa 160 Millionen Euro gegenüber dem vorherigen Doppelhaushalt.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen für die Krankenhausplanung. „Verlässlichkeit ist für unsere Krankenhäuser im Land der zentrale Pfeiler“, erklärte Kretschmann. Gerade in Zeiten vielfältiger Krisen sei eine verlässliche Investitionsförderung notwendig, damit Kliniken langfristig planen könnten. Zugleich verwies er auf die Verantwortung des Bundes, die Betriebskosten der Krankenhäuser angemessen zu vergüten.
Auch Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha hob die Kontinuität der Landesförderung hervor. In seiner Amtszeit seien bislang zehn Jahreskrankenhausbauprogramme mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro beschlossen worden. Ziel sei es, die Kliniklandschaft strukturell weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen.
Kritik an Bundesebene bei Krankenhausreform
Deutlich kritischer äußerte sich Lucha zur Umsetzung der Krankenhausreform auf Bundesebene. Die Länder investierten Milliarden in den Erhalt und die Modernisierung ihrer Klinikstrukturen, benötigten dafür jedoch verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen aus Berlin. Ohne Nachbesserungen am Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) drohe die Reform an der Versorgungsrealität vorbeizugehen. Insbesondere forderte Baden-Württemberg mehr Gestaltungsspielräume für Länder, eine realitätsnahe Definition von Krankenhausstandorten sowie Anpassungen bei Vorhaltevergütung und Transformationsfonds.
Breite Förderung mit regionalen Schwerpunkten
Das Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 umfasst Projekte unter anderem in Stuttgart, Esslingen, Karlsruhe, Offenburg, Lahr, Rastatt, Aalen, Baden-Baden, Singen, Wangen im Allgäu und weiteren Städten. Das größte Einzelvorhaben ist das Zentralspital Albbruck im Landkreis Waldshut, das nach bereits geförderten Planungsraten nun in die bauliche Umsetzung gehen soll.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Akut- und Notfallversorgung. So werden zentrale Notaufnahmen am Marienhospital Stuttgart, am Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart und am Ostalb-Klinikum Aalen neu ausgerichtet. Am Ostalb-Klinikum ist zusätzlich ein Interims-OP vorgesehen, um die Versorgung bis zur Fertigstellung des Neubaus in Essingen sicherzustellen.
Darüber hinaus fließen Mittel in funktionale Infrastrukturmaßnahmen, etwa zur Sterilgutversorgung, in Brandschutz- und Energieprojekte sowie in Erweiterungen spezialisierter Einrichtungen, darunter die Vulpius-Klinik Bad Rappenau, das Epilepsiezentrum Kehl-Kork und die Kliniken Schmieder.
Mit den vorgesehenen Planungsraten schafft das Land zudem frühzeitig Planungssicherheit für große künftige Zentralklinikprojekte, unter anderem in Essingen, Rastatt, Lahr und Singen. Auch Standorte wie Allensbach und Emmendingen profitieren von der frühzeitigen Unterstützung für anstehende Baumaßnahmen.






