ALB FILS KLINIKUM zieht nach einem Jahr im Neubau positive Bilanz

Steigende Geburten- und Behandlungszahlen sowie Personalgewinnung prägen erstes Jahr am Standort Göppingen

Ein Jahr nach dem Bezug des Klinikneubaus am Eichert zieht das ALB FILS KLINIKUM eine positive Zwischenbilanz. Wie das Klinikum mitteilt, haben sich sowohl die Geburtenzahlen als auch verschiedene Leistungskennzahlen positiv entwickelt. Gleichzeitig sieht sich das Haus durch Investitionen in moderne Infrastruktur und Personalentwicklung gut auf die bevorstehende Krankenhausreform vorbereitet.

Der Klinikneubau feiert einjähriges Jubiläum.
Foto: Max Radloff

Vor genau einem Jahr, am 5. Juli 2025, nahm das ALB FILS KLINIKUM seinen Neubau am Eichert in Betrieb. Nach Angaben des Klinikums hat sich der Standort innerhalb der ersten zwölf Monate als zentraler Versorger in der Region etabliert. Trotz der Herausforderungen während der Inbetriebnahme berichtet das Krankenhaus von steigenden Patientenzahlen, erweiterten medizinischen Angeboten und Erfolgen bei der Personalgewinnung.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in der Geburtshilfe. Mit vier Kreißsälen, einem hebammengeleiteten Kreißsaal sowie einem interdisziplinären Team erwartet das Klinikum im laufenden Jahr nahezu 2.000 Geburten. Nach Angaben des Hauses spiegelt diese Entwicklung das wachsende Vertrauen werdender Familien wider und reicht inzwischen über die Landkreisgrenzen hinaus.

Auch in spezialisierten medizinischen Bereichen wurden die Kapazitäten ausgebaut. So konnten die Eingriffe im Herzkatheterlabor sowohl hinsichtlich ihrer Anzahl als auch ihrer Komplexität gesteigert werden. Die moderne Infrastruktur mit Hybrid-Operationssaal und aktueller Bildgebung ermöglicht nach Angaben des Klinikums den verstärkten Einsatz minimalinvasiver Verfahren. Ergänzend wurden KI-gestützte Großgeräte wie ein neues Magnetresonanztomographie-System (MRT) in Betrieb genommen, wodurch Diagnostikprozesse beschleunigt werden sollen.

Weitere Entwicklungen betreffen die Notfall- und Onkologieversorgung. Die zertifizierte Chest-Pain-Unit unterstützt die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten Brustschmerzen. Gleichzeitig wurde die personalisierte Medizin weiter ausgebaut, um molekularbasierte Therapiekonzepte in der Krebsbehandlung stärker in den klinischen Alltag zu integrieren.

Auch organisatorisch setzt das Klinikum auf Digitalisierung. Automatisierte Logistiksysteme übernehmen Teile des Materialtransports innerhalb des Hauses. Zudem wurde eine vollautomatische Medikamentenverblisterung eingeführt, die nach Angaben des Klinikums die Patientensicherheit erhöhen und die Mitarbeitenden entlasten soll.

Die wirtschaftlichen Kennzahlen zeigen ebenfalls eine positive Entwicklung. Bis Mai 2026 lagen die stationären Fallzahlen mit rund 11.800 nahezu auf Vorjahresniveau, während die Zahl hybrider Behandlungsfälle von 550 auf 1.150 anstieg. Die durchschnittliche Bettenauslastung erreichte 88 Prozent und lag damit über den Planwerten.

Nach Angaben des Klinikums konnte zudem die Personalgewinnung trotz des anhaltenden Fachkräftemangels erfolgreich gestaltet werden. Recruiting-Kampagnen, die Einführung der medACADEMY für Medizinstudierende sowie verschiedene Mitarbeiterangebote hätten zur Gewinnung neuer Fachkräfte beigetragen. Darüber hinaus startete im Juni 2026 die staatlich genehmigte Berufsfachschule für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenz (ATA/OTA), die die Ausbildung künftig direkt am Standort bündelt.

Der Medizinische Geschäftsführer Dr. Ingo Hüttner bewertet das erste Jahr im Neubau als intensive Phase der Anpassung, sieht die moderne Infrastruktur inzwischen jedoch als wichtige Grundlage für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung und attraktive Arbeitsbedingungen. Kaufmännischer Geschäftsführer Wolfgang Schmid verweist darauf, dass der Klinikneubau bereits wesentliche Anforderungen der Krankenhausreform erfülle. Gleichzeitig betont er, dass eine langfristig verlässliche Finanzierung durch Bund und Länder notwendig sei, um die Transformation der Krankenhauslandschaft erfolgreich umzusetzen.

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