Gesundheitswirtschaft wächst 2025 in Berlin-Brandenburg um 2,6 %

Beschäftigung und Wertschöpfung steigen überdurchschnittlich – Gesundheitssektor als Wachstumstreiber

Die Gesundheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg ist im Jahr 2025 erneut stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Nach vorläufigen Berechnungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg sowie der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung in der Region um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Erwerbstätigkeit im Gesundheitssektor nahm in beiden Bundesländern deutlich zu.

Der Gesundheitssektor bestätigt damit seine Rolle als stabilisierender Wirtschaftsfaktor in der Hauptstadtregion, während die Gesamtwirtschaft in Berlin nur moderat um 1,0 Prozent wuchs und in Brandenburg sogar leicht um 0,3 Prozent zurückging. Deutschlandweit lag das Wachstum der Gesundheitswirtschaft bei 2,1 Prozent und damit unter dem Niveau der Hauptstadtregion.

Die Daten zeigen zudem eine zunehmende Bedeutung des Sektors für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung. In Berlin waren rund 284.500 Menschen im Gesundheitswesen tätig, in Brandenburg etwa 162.900. Dies entspricht Anteilen von 13,0 Prozent beziehungsweise 14,3 Prozent an der Gesamtbeschäftigung. Beide Länder verzeichneten damit einen Beschäftigungszuwachs von 2,5 Prozent in Berlin und 2,9 Prozent in Brandenburg, während die Gesamtwirtschaft teilweise rückläufig war.

Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft belief sich in jeweiligen Preisen auf 22,35 Milliarden Euro in Berlin und 10,38 Milliarden Euro in Brandenburg. Damit wird etwa jeder neunte Euro der regionalen Wirtschaftsleistung durch den Gesundheitssektor erwirtschaftet. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede in der Produktivität: Während eine erwerbstätige Person in Berlin durchschnittlich 78.571 Euro zur Wertschöpfung beitrug, lag dieser Wert in Brandenburg rund 5.000 Euro darunter.

Für das Krankenhaus- und Klinikmanagement sind diese Entwicklungen insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels und steigender Versorgungsanforderungen relevant. Der Beschäftigungszuwachs deutet zwar auf eine hohe Dynamik im Gesundheitssektor hin, gleichzeitig erhöht sich jedoch der Konkurrenzdruck um qualifiziertes Personal zwischen Kliniken, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Versorgern und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen. Auch investitionsseitig unterstreichen die Zahlen die strukturelle Bedeutung der Branche. Die überdurchschnittliche Entwicklung der Wertschöpfung zeigt, dass die Gesundheitswirtschaft zunehmend als eigenständiger Wachstumsmotor fungiert, dessen Stabilität jedoch stark von regulatorischen Rahmenbedingungen, der Krankenhausfinanzierung und der Investitionsfähigkeit der öffentlichen Hand abhängt.

Gerade für Krankenhäuser in der Region ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung: Einerseits wächst die Nachfrage nach medizinischen Leistungen und qualifiziertem Personal weiter, andererseits stehen viele Einrichtungen unter wirtschaftlichem Druck. Die strukturelle Expansion des Gesundheitssektors kann diese Spannungen nur teilweise abfedern, solange Investitionsstaus und Finanzierungslücken bestehen bleiben.

Die vorliegenden Ergebnisse sind vorläufig und basieren auf ersten Berechnungen der AG GGRdL. Dennoch zeichnen sie ein klares Bild einer weiterhin wachsenden und wirtschaftlich bedeutenden Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadtregion.

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