DKG warnt: Krankenhäuser stehen vor stark steigenden Defiziten ab Herbst 2026

Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert schnelle politische Lösungen zur Absicherung der Versorgung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland weiterhin als kritisch an. Bereits jetzt schreiben rund 70 Prozent der Kliniken rote Zahlen, und etwa ein Drittel steht unter Insolvenzrisiko. Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, betont: „Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist sehr ernst. Insgesamt klafft derzeit eine Lücke von 10 Milliarden Euro zwischen den Einnahmen und den Ausgaben für die Patientenversorgung.“

Besonders problematisch sei der Wegfall des teilweisen Inflationsausgleichs im November 2026. Laut Gaß werden dadurch den Kliniken zusätzlich 4 Milliarden Euro für die Patientenversorgung fehlen, ohne dass die Bundesregierung bislang ein Konzept zur Abfederung dieser Einnahmeausfälle entwickelt habe. „Schon jetzt sind von Insolvenzen besonders Krankenhäuser in ländlichen Regionen betroffen. Viele von ihnen sind die einzigen Anlaufpunkte für die Gesundheitsversorgung vor Ort“, so Gaß.

Auswirkungen der Krankenhausreform

Mit der Umsetzung der Krankenhausreform drohten weitere Belastungen. Kleinere Grundversorger würden zunehmend in größere Kliniken umgesteuert, während die Vorhaltekosten der Krankenhäuser weiterhin nicht fallzahlunabhängig refinanziert würden. Dies führe zu einer zusätzlichen finanziellen Schieflage gerade für bedarfsnotwendige Standorte. Gaß warnt, dass die aktuelle Zahl der Klinik-Insolvenzen nur die Spitze des Problems abbildet. Viele in Schieflage geratene Häuser würden bislang durch ihre Träger gestützt, was insbesondere private, konfessionelle und kommunale Betreiber stark belaste.

Der finanzielle Druck treffe auch die Kommunen: Sie müssten systemisch verursachte Mindereinnahmen der Krankenhäuser aus ihren steuerfinanzierten Haushalten ausgleichen. Der Deutsche Landkreistag beziffere dies auf 5 bis 6 Milliarden Euro. Gaß kommentiert: „Die Kommunen stehen damit vor der Entscheidung, ob sie Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, den Nahverkehr oder die Krankenhausversorgung finanzieren. Die Bundesregierung muss dringend ein Konzept entwickeln, um die Versorgung auch ab Herbst 2026 sicherzustellen.“

Forderung nach politischem Handeln

Die DKG fordert schnelle politische Lösungen, um die drohenden finanziellen Engpässe abzufedern und eine nachhaltige Krankenhausfinanzierung sicherzustellen. „Die Folgen der derzeitigen Vertagungspolitik tragen derzeit Krankenhausträger, Kommunalfinanzen und zunehmend die Patientinnen und Patienten“, so Gaß abschließend.