DKG fordert Kühlung von Patientenzimmern in Krankenhäusern

Krankenhausgesellschaft verlangt Klima-Investitionen nach neuen Daten zur Hitze-Übersterblichkeit

Die DKG fordert angesichts aktueller Daten zur hitzebedingten Übersterblichkeit Investitionen in die klimatische Anpassung von Krankenhäusern. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Ausstattung von Patientenzimmern mit Kühltechnik, die nach Angaben der DKG bislang nur in einem begrenzten Umfang vorhanden ist. Die Forderung betrifft damit zentrale Fragen der Patientensicherheit, Krankenhausinfrastruktur und Investitionsfinanzierung.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht in den aktuellen Erkenntnissen zur Hitze-Übersterblichkeit ein Signal für einen zunehmenden Anpassungsbedarf im Gesundheitswesen. Nach Angaben der DKG zeigen die veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Statistischen Bundesamtes einen Zusammenhang zwischen extremen Temperaturen und einer erhöhten Sterblichkeit.

Besonders betroffen seien vulnerable Patientengruppen in Krankenhäusern. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit schweren oder chronischen Erkrankungen reagieren häufig empfindlicher auf hohe Temperaturen und damit verbundene Belastungen für den Kreislauf.

Nach Einschätzung der DKG reichen bestehende Maßnahmen wie Verschattung oder mobile Lüftungslösungen langfristig nicht aus. Krankenhäuser müssten stärker auf zunehmende Hitzeperioden vorbereitet werden. Dazu gehöre auch eine technische Modernisierung der Gebäudeinfrastruktur.

DKG fordert Klima-Investitionsprogramm für Kliniken

Ein zentraler Kritikpunkt der Krankenhausgesellschaft ist die bislang geringe Verbreitung gekühlter Patientenzimmer. Nach einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts verfügen demnach nur 38 Prozent der Krankenhäuser über gekühlte Patientenzimmer. Zudem bedeute diese Ausstattung nicht, dass sämtliche Räume der jeweiligen Häuser klimatisiert seien.

Die DKG führt den fehlenden Ausbau insbesondere auf unzureichende Investitionsmittel zurück. Krankenhäuser müssten verfügbare finanzielle Ressourcen häufig zunächst für unmittelbar notwendige medizinische Geräte, Bauunterhalt und andere betriebliche Anforderungen einsetzen.

DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert deshalb ein umfangreiches Klima-Investitionsprogramm für Krankenhäuser. Bereits im vergangenen Jahr habe die DKG auf Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung einen Finanzierungsbedarf von rund 31 Milliarden Euro für die klimatische Anpassung der Kliniken benannt.

Auch für Beschäftigte stellt die zunehmende Hitze eine Belastung dar. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Berufsgruppen arbeiten unabhängig von den Außentemperaturen weiter und können ihre Arbeitszeiten nur begrenzt anpassen.

Die DKG sieht Bund und Länder in der Verantwortung, die notwendigen Investitionen zu ermöglichen. Angesichts häufiger und intensiver werdender Hitzeperioden müsse die Klimaanpassung von Krankenhäusern aus Sicht der Organisation zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsinfrastruktur werden.

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