DBfK warnt vor Rückkehr der Pflegepersonalkosten in das DRG-System

DBfK kritisiert Sparpläne der FinanzKommission: Pflege nicht zum Sanierungsinstrument machen

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) übt deutliche Kritik an den Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Fokus steht insbesondere die geplante Wiedereingliederung der Pflegepersonalkosten in das DRG-System, die aus Sicht des Verbandes erhebliche Risiken für die Versorgungsqualität birgt.

Die Kommission stuft diese Maßnahme als Einsparoption ohne relevante Auswirkungen auf die Qualität ein. Der DBfK widerspricht dieser Einschätzung entschieden. „Wer ernsthaft behauptet, weniger Pflegepersonal beeinträchtige die Versorgungsqualität nicht, ignoriert die Realität in den Krankenhäusern“, erklärt DBfK-Präsidentin Vera Lux. Ein Abbau von Pflegepersonal führe zwangsläufig zu steigender Arbeitsbelastung und erhöhten Risiken für Patientinnen und Patienten.

Nach Auffassung des Verbandes droht mit der Rückführung der Pflegebudgets in das Fallpauschalensystem eine Wiederholung früherer Fehlentwicklungen. Bereits in der Vergangenheit habe das DRG-System dazu beigetragen, ökonomischen Druck auf pflegerische Leistungen auszuüben. Die Einführung gesonderter Pflegebudgets sei gerade als Reaktion auf diese Entwicklung erfolgt.

Besonders kritisch bewertet der DBfK die finanzielle Dimension der vorgeschlagenen Maßnahmen. Die Wiedereingliederung der Pflegepersonalkosten soll Einsparungen in Höhe von rund 0,6 Milliarden Euro im Jahr 2027 und bis zu 3,0 Milliarden Euro bis 2030 ermöglichen. Zusätzlich ist vorgesehen, Vergütungen für pflegeentlastende Maßnahmen zu streichen. Für den Verband handelt es sich dabei nicht um abstrakte Systemanpassungen, sondern um konkrete Einschnitte „bei der Pflege am Bett“.

Zugleich weist der DBfK die Annahme zurück, im Pflegebereich sei Personal über Bedarf aufgebaut worden. Diese Einschätzung basiere auf unzureichenden Datengrundlagen. Mit der Einführung der PPR 2.0 liege erstmals ein Instrument zur realitätsnäheren Abbildung des Pflegebedarfs vor, das sich jedoch noch in der Implementierungsphase befinde.

Für das Krankenhausmanagement unterstreicht die Debatte die zentrale Bedeutung der Pflegefinanzierung für die Gesamtsteuerung der Versorgung. Personelle Engpässe, steigende Anforderungen und wirtschaftlicher Druck treffen hier unmittelbar aufeinander.

Der DBfK fordert die politisch Verantwortlichen auf, die Vorschläge der FinanzKommission im Pflegebereich nicht umzusetzen. Stattdessen müsse die Finanzierung der Pflege weiterentwickelt und an realen Bedarfen ausgerichtet werden. „Wer Pflege schwächt, schwächt das Krankenhaus“, so das Fazit des Verbandes.

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