DBfK fordert Weiterentwicklung des Pflegebudgets im Krankenhaus

Positionspapier betont Bedeutung für Pflegequalität und Patientensicherheit

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat ein Positionspapier zur Weiterentwicklung des Pflegebudgets in Krankenhäusern veröffentlicht. Darin betont der Verband die zentrale Bedeutung einer bedarfsgerechten Pflegepersonalausstattung für die Versorgungsqualität und Patientensicherheit.

Die Präsidentin des DBfK, Vera Lux, warnt davor, das Pflegebudget in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte vor allem als Kostenfaktor zu betrachten. „Das Pflegebudget bleibt unverzichtbar und darf nicht politisch ausgehöhlt werden. Wer das Pflegebudget infrage stellt, gefährdet Pflegequalität und Patient:innensicherheit“, erklärte Lux.

Der Verband verweist auf Studien, die einen klaren Zusammenhang zwischen ausreichender Pflegepersonalausstattung und der Qualität der Patientenversorgung belegen. Unterbesetzung könne zu mehr Komplikationen, längeren Verweildauern und vermeidbaren Todesfällen führen sowie die Belastung der Beschäftigten erhöhen.

Nach Auffassung des DBfK werde dieser Zusammenhang in der aktuellen Diskussion zunehmend relativiert, obwohl ausreichende Personalressourcen eine zentrale Voraussetzung für eine sichere Versorgung seien.

Das Pflegebudget wurde eingeführt, um die Finanzierung der Pflegepersonalkosten auf bettenführenden Stationen unabhängig vom Fallpauschalensystem sicherzustellen. Nach Darstellung des DBfK habe dieses Instrument dazu beigetragen, den zuvor über Jahre erfolgten Personalabbau in der Pflege teilweise zu korrigieren.

Kostensteigerungen seit dem Jahr 2020 seien daher auch als Nachholeffekt nach jahrzehntelangem Personalabbau zu betrachten. Gleichzeitig wirkten sich tarifliche Lohnsteigerungen, zunehmende Pflegekomplexität, höhere Krankenstände sowie der Aufbau zusätzlicher Strukturen – etwa Springer-Pools – auf die Entwicklung der Pflegekosten aus.

Fehlanreize im System vermeiden

Der Verband weist zugleich auf mögliche Fehlanreize hin. Pflegefachpersonen übernähmen in vielen Einrichtungen weiterhin Tätigkeiten, die nicht zu den pflegerischen Kernaufgaben gehören, etwa Service-, Hauswirtschafts- oder Reinigungstätigkeiten. Der DBfK fordert deshalb eine klarere Abgrenzung der pflegerischen Aufgabenbereiche sowie eine zweckgebundene Verwendung von Mitteln für pflegeentlastende Maßnahmen. Krankenhäuser sollten nachweisen, dass Pflegefachpersonen nicht mit pflegefremden Tätigkeiten belastet werden.

Verknüpfung von Finanzierung, Personalbemessung und Strukturvorgaben

Als zentrales Anliegen nennt der Verband die bessere Verzahnung mehrerer Steuerungsinstrumente im Krankenhausbereich. Konkret fordert der DBfK, drei Elemente systematisch miteinander zu verbinden:

  1. die Ermittlung des Personalbedarfs durch geeignete Personalbemessungsinstrumente,
  2. die vollständige Finanzierung dieses Personalbedarfs über das Pflegebudget sowie
  3. die Berücksichtigung der Personalausstattung bei der Zuweisung von Leistungsgruppen im Rahmen der Krankenhausreform.

Um diese Aspekte zusammenzuführen, schlägt der Verband die Einrichtung einer Expertenkommission vor, an der Pflegefachpersonen und das Pflegemanagement beteiligt sein sollen. Ziel sei ein verbindlicher Fahrplan für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsstrukturen im Krankenhaus.

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